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HSV hadert: Ein Fall "für den Psychologen"?

09.06.2020 07:51
HSV-Coach Dieter Hecking hadert mit den späten Gegentreffern
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HSV-Coach Dieter Hecking hadert mit den späten Gegentreffern

Der HSV strauchelt im Aufstiegsrennen - weil es wie gegen Kiel in den letzten Sekunden immer wieder Gegentore setzt. Für Trainer Dieter Hecking ein Fall für den Psychologen.

Dieter Hecking stapfte geknickt und frustriert hinaus in die Nacht. "Extrem enttäuschend" und das dürfe "einfach nicht passieren", murrte der Trainer nach dem nächsten Last-Minute-Schock im Kampf um den Aufstieg für seinen Hamburger SV am Montagabend: "Die Enttäuschung sitzt natürlich tief, das alles ärgert uns maßlos."

Nur 3:3 hieß es am Ende in einem wilden Nordduell gegen Holstein Kiel, dabei hatte der HSV nach einem Rückstand zwei Mal geführt, erst 2:1. Dann 3:2. Doch dann holte die Hamburger ein Fluch ein, der seit dem Restart nach der Corona-Zwangspause auf ihnen liegt.

"Erst in Fürth (2:2, d. Red.), dann in Stuttgart (2:3, d. Red.) und nun gegen Kiel", klagte Hecking - und meinte die späten Gegentore, die dem HSV im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga schon fünf Punkte gekostet haben: "Dadurch haben wir es wieder verpasst, einen großen Schritt zu machen."

Das Hamburger Abendblatt schrieb am Dienstag von einem erneuten "Drama in der Nachspielzeit", die Morgenpost titelte: "Nicht schon wieder!" Und so konnte sich der VfB Stuttgart freuen, denn der HSV verpasste den Sprung vorbei an dem Rivalen aus dem Ländle auf Platz zwei in der Tabelle. Ob sein Team im Aufstiegs-Endspurt ein Kopfproblem habe? "Dafür eine Antwort zu finden", sagte Hecking, "wäre wahrscheinlich etwas für den Psychologen".

Mit den fünf verschenkten Punkten auf dem Konto "sähe es natürlich deutlich erfreulicher aus für uns", sagte Hecking. Statt als Tabellendritter mit zwei Zählern Rückstand auf Stuttgart läge der Traditionsklub mit Bundesliga-Anspruch auf Rang zwei - nur knapp hinter Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Aber schon Lothar Matthäus wusste ja: "Wäre, wäre - Fahrradkette."

Es werde "mit Sicherheit ein paar Stunden brauchen", um den Rückschlag gegen Kiel "wegzustecken", sagte Hecking, bevor er den Volkspark verließ. Doch ganz Trainerfuchs schwor er sein Team gleichzeitig auch wieder auf das kommende Finish ein, das noch zum Thriller werden könnte. Denn hinter dem HSV auf dem Relegationsrang lauert ja auch noch der FC Heidenheim mit nur zwei Punkten Rückstand auf Rang vier.

Es gehe "weiter, an der Tabellenkonstellation hat sich nichts geändert. Und wir haben bereits am Freitag das nächste wichtige Spiel bei Dynamo Dresden", sagte Hecking. Anschließend warten noch Osnabrück, Heidenheim und Sandhausen. "Wir werden den Kopf wieder hochnehmen", versprach Hecking und hofft, dass der Last-Minute-Fluch möglichst bald ein Ende hat.

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