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Der Capitano über Favre: "Kein Trainer wie Jürgen Klopp"

Ballack: "Havertz ist noch kein fertiger Spieler"

05.06.2020 08:17
Michael Ballack glaubt  fest an den nächsten Titel des FC Bayern
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Michael Ballack glaubt fest an den nächsten Titel des FC Bayern

Der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Michael Ballack, hat sich im Interview zu den aktuell spannendsten Personalien der Bundesliga geäußert. Der Capitano sprach über die Entwicklung von Kai Havertz, das Dilemma von Mario Götze und beschäftigte sich mit der Frage, ob Lucien Favre der richtige Trainer für den BVB ist.

Sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund bei noch fünf ausstehenden Partien: Auch für Michael Ballack ist "ganz klar", dass der FC Bayern die achte Meisterschaft in Folge holen wird. An das Triple der Münchner will der 43-Jährige aber noch nicht so ganz glauben, da er eine Fortführung der Champions League "eher skeptisch" sehe, erklärte der ehemalige Bayern-Profi im Interview mit "sport1"

"Die anderen Ligen sind derzeit noch nicht mal im Spielbetrieb", so Ballack. Durch die Weiterführung im Turniermodus würde das Regelwerk und die Wettbewerbsform der Königsklasse grundlegend verändert werden.

Für die kommende Saison hoffe er, dass sein ehemaliger Klub Bayer Leverkusen sich erneut über die Liga für die Champions League qualifiziert, obwohl Ballack bei den Rheinländern die "mangelnde Konstanz" der vergangenen Jahre kritisierte. Während er den FC Bayern, Dortmund und RB Leipzig auf den ersten drei Plätzen offenbar gesetzt sieht, läuft es laut dem ehemaligen Weltklasse-Mittelfeldspieler im "engen Rennen" um den vierten Rang auf einen Zweikampf zwischen Leverkusen und Gladbach hinaus. Fohlen-Coach Marko Rose habe bei der Borussia in der laufenden Spielzeit mit einem "sehr guten Kader"  für Stabilität gesorgt.

"Havertz ist noch kein fertiger Spieler"

Großen Anteil am Leverkusener Höhenflug hat Kai Havertz. Der 20-jährige Youngster erzielte in dieser Spielzeit bereits elf Treffer für die Werkself und legte fünf weitere Bayer-Tore auf. Auch nach dem Restart der Bundesliga ist Havertz der konstanteste Bayer-Profi, seit Wochen und Monaten ranken sich Gerüchte um einen Wechsel zu einem europäischen Spitzenklub.

Ballack hält Havertz für "ein großes Talent. Er hat überragende technische Fähigkeiten und spielt sehr frei. Für ihn wird es wichtig sein, immer in der Champions League zu spielen, um sich mit den Besten messen zu können." Daher sei es für Bayer besonders wichtig, sich auch dieses Jahr für die Königsklasse zu qualifizieren, um überhaupt eine Chance im Havertz-Poker zu haben.

Der "Capitano" konstatierte aber auch: "Havertz ist noch kein fertiger Spieler." Vor allem bei der "Persönlichkeitsentwicklung und in der Körpersprache" sehe er beim Youngster noch Steigerungspotenzial. Für Havertz sei nun entscheidend, was er "von sich und der Mannschaft einfordert und wohin sein eigener Weg führen soll." Für einen Transfer zu einem Spitzenklub, wo er nicht mehr die Ausnahmestellung wie in Leverkusen genießen würde, müsse das Ausnahmetalent "jedenfalls mental bereit sein", so Ballack.

"Götze ist ein fantastischer Fußballer"

Während die Zukunft von Kai Havertz bis auf Weiteres ungeklärt bleibt, steht bei WM-Held Mario Götze bereits fest, dass er den BVB im kommenden Sommer verlassen wird. Für Ballack ist Götze nach wie vor "ein fantastischer Fußballer und er war ganz sicher einer der Besten, die wir je in Deutschland hatten."

Dem "Instinktfußballer" Götze, der in Dortmund "eine lange Leidenszeit hinter sich" habe, sei "der Spielstil der Neuzeit" zum Verhängnis geworden." Das "Pressen mit hohem Tempo, die vielen Sprints, dafür ist er nicht so prädestiniert", erklärte Ballack.

Für die fußballerische Zukunft des mittlerweile 28-jährigen Götze sei ein un wichtig, dass er einem Klub finde, bei dem "Trainer von ihm überzeugt ist, seine Art von Fußball schätzt, und ihn spielen lässt."

"Favre ist nun mal kein Trainer wie Jürgen Klopp"

Spätestens seit der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern und dem wohl verpassten ausgerufenen Ziel der Meisterschaft steht BVB-Coach Lucien Favre wieder mal in der Kritik. Für Ballack ist die entscheidende Frage, welcher Trainer beim BVB "eine Mannschaft nicht nur weiterentwickeln, sondern auch aktuell mit tollem Fußball immer wieder emotionalisieren und diese Begeisterung im und um den Klub demonstrieren" kann. Favre sei nun mal "ein sachlicher Fachmann, der sehr ruhig wirkt" und "kein Trainer wir Jürgen Klopp."

Da sich die Menschen schwer täten einen Trainertypen wie ihn zu greifen, sei es laut Ballack "ganz besonders wichtig, dass ein Trainer wie Favre besonders gestützt wird." Ob er noch der richtige Coach für die Dortmunder sei, könnten demnach nur die Verantwortlichen beurteilen.

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