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"Der letzte Schritt scheint immer etwas zu groß zu sein"

Sagnol: Darum ist der BVB auf Jahre chancenlos gegen Bayern

03.06.2020 14:16
Lebende Legende des FC Bayern: Willy Sagnol
© EIBNER/Marcel Engelbrecht
Lebende Legende des FC Bayern: Willy Sagnol

Als Spieler erlangte Willy Sagnol beim FC Bayern Kultstatus, ein Intermezzo als Co-Trainer endete hingegen weniger erfreulich. Dennoch fühlt sich der Franzose seinem Ex-Klub weiter verbunden.

Im Interview mit der "Sport Bild" äußerte sich der 43-Jährige nun ausführlich zur sportlichen Situation des deutschen Rekordmeisters. Ernsthafte Konkurrenz für die Münchner Star-Truppe sieht er nicht.

"Wahrscheinlich wird Bayern auch in den kommenden fünf Jahren fünfmal Meister. Dafür sind die Strukturen dort zu stark", erklärte Sagnol und fügte an: "Bei der Konkurrenz sieht man, vor allem in Dortmund: Wenn dort der letzte Schritt kommt, scheint er immer etwas zu groß zu sein. Dann fehlt einfach die Erfahrung in der Mannschaft, die der FC Bayern hat."

Der Branchenprimus hatte durch einen verdienten 1:0-Auswärtssieg beim BVB unlängst eine Vorentscheidung in der Meisterfrage herbeigeführt.

Für Sagnol war der Münchner Erfolg im Top-Spiel keine Überraschung: "Da (beim FC Bayern; Anm.d.Red.) ist den meisten Spielern egal, ob sie vor 80.000 oder null Zuschauern spielen, egal in welchem Stadion. Die spielen ihren Fußball. Das ist mit den häufig jungen Spielern beim BVB so nicht ganz möglich."

Schmerzhaftes Aus beim FC Bayern: "Plötzlich wurde ich nicht mehr gebraucht"

Sagnol, der zwischen 2000 und 2008 insgesamt 277 Pflichtspiele für den FC Bayern absolviert hatte und in dieser Zeit zum Fanliebling aufgestiegen war, hat immer noch einen guten Draht zum Verein. "Ich telefoniere häufig etwa noch mit Uli Hoeneß", erzählte der frühere Rechtsverteidiger.

Umso bitterer, dass sein Gastspiel als Assistenzcoach an der Säbener Straße 2017 ein jähes Ende fand. "Die letzte Erfahrung bei Bayern war nicht gut, da war ich frustriert. Ich kam als Co-Trainer von Carlo Ancelotti, und plötzlich wurde ich nicht mehr gebraucht. Das tat weh", gestand Sagnol. Dennoch sei der FCB weiter sein "Herzensverein".

Der ehemalige französische Nationalspieler will zukünftig wieder als Trainer arbeiten, dabei gerne in der Bundesliga. "Ich habe großes Interesse, wieder in Deutschland zu arbeiten. Ich kam mit 22 Jahren in das Land und bin dort zum Mann geworden. Ich fühle mich mit Deutschland stark verbunden", betonte Sagnol.

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