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Trotz starker Leistungen in der Liga

Bierhoff-Klartext: Comeback von Müller und Co. kein Thema

02.06.2020 07:43
Für Müller, Boateng und Hummels ist der Zug Nationalmannschaft abgefahren
© Thomas Hiermayer/DeFodi.eu
Für Müller, Boateng und Hummels ist der Zug Nationalmannschaft abgefahren

Auch dank den Leistungssteigerungen von Thomas Müller und Jérôme Boateng ist der FC Bayern auf bestem Weg, seine achte Meisterschaft in Folge einzufahren. Beim BVB wiederum ist Mats Hummels in der laufenden Saison unbestritten einer der wichtigsten Spieler. Chancen auf eine EM-Teilnahme darf sich das Trio trotzdem nicht machen.

Im Gespräch mit dem "kicker" stellte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff erneut klar, dass die EM-Tür für das aussortierte Trio zu ist. Er freue sich zwar sehr für den stark aufspielenden Müller, "aber Jogi hat seine Entscheidung sehr deutlich gemacht, dass er den Spielern, die zuletzt dabei waren und bei uns überzeugt haben, die Stange hält".

Dass sich angesichts der starken Leistungen des Trios - Müller ist mit 18 Assists immer noch der Top-Vorbereiter der Liga - Kritik an der Entscheidung regt, kann Bierhoff nicht nachvollziehen. "Ich finde, dass man das anerkennen muss: Er [Löw] hat sich für einen harten Schnitt entschieden, zu dem er steht", verteidigte der Ex-Profi die Entscheidung des Bundestrainers.

Bierhoff gesteht: Haben "Ausuferungen zugelassen"

Was sich laut Bierhoff ganz gewiss ändern muss, ist das Verhalten von Vereinen, Verbänden und anderen Entscheidern im Profifußball. "Ich habe schon 2017 in Interviews davor gewarnt, dass das Rad überdreht wird und zu viele Dinge gemacht werden, hinter denen zu wenig Leistung steht", glaubt der 52-Jährige, dass sich der Fußball in vielen Bereichen hinterfragen muss. Man habe "gewisse Ausuferungen zugelassen".

Auch er selbst habe die Fehler nach der WM 2018 erkannt, zeigte sich der Manager selbstkritisch. Nun wolle er "die Krise für eine gemeinsame Neujustierung nutzen".

Ein Teil dieser Neujustierung könnte sich laut Bierhoff auf dem Transfermarkt niederschlagen: "Ich glaube, dass viele Vereine allein schon aus wirtschaftlichen Zwängen Änderungen vornehmen müssen, etwa bei Ablösesumme, Gehaltsgefüge oder Beraterhonorar." Wie nachhaltig dies sein wird, weiß aber auch der ehemalige Profi nicht, denn: "Jeder will seinen Teil vom Kuchen."

Nations League im Turnier-Modus?

Mit Blick auf die Nations League schlug Bierhoff vor, den Wettbewerb in einem neuen Modus auszutragen, um eine Fortsetzung eher garantieren zu können. Möglich wäre in den Augen des 52-Jährigen eine Austragung an einem einzigen Ort.

"Das wäre eine Alternative. Eine Art Mini-Turnier könnte eine Idee sein", sagte der DFB-Direktor. Da im Herbst wohl noch nicht mit Zuschauern gespielt werden könne, sei "bei den Nationalverbänden die Bereitschaft vielleicht größer, an einem neutralen Ort zu spielen. Man würde unnötige Reisen verhindern und könnte die Spieler ... besser kontrollieren."

Der DFB würde laut Bierhoff als Ausrichter eines solchen Turniers zur Verfügung stehen: "Wir haben das Know-how und eine Top-Organisation im DFB, das haben wir schon mehrfach bewiesen. Wenn ein solches Modell der UEFA hilft, würde ich sagen: Ja, wir stehen bereit." Deutsche Gruppengegner in der Liga A sind die Ukraine, Spanien und die Schweiz.

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