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Der BVB sucht vergeblich einen "Klopp-Klon"

BVB sucht "Klopp-Klon": Matthäus glaubt an Favre-Aus

01.06.2020 20:07
Lucien Favre wird laut Lothar Matthäus 2020/21 nicht mehr Coach des BVB sein
© Ralf Ibing
Lucien Favre wird laut Lothar Matthäus 2020/21 nicht mehr Coach des BVB sein

Spätestens seit der 0:1-Niederlage im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München dürfte klar sein, dass Lucien Favre auch in seiner zweiten Saison als Trainer von Borussia Dortmund keinen Titel gewinnen wird. Für Rekordnationalspieler Lothar Matthäus steht damit fest, dass der Schweizer keine Zukunft beim BVB hat.

"Es wird nach außen gerne der Eindruck erweckt, dass man natürlich keine Trainer-Diskussion führt und alles in Ordnung sein. Ganz glaubhaft ist das für mich aber leider nicht", erklärt Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne. 

Dass man beim BVB über den Trainer diskutiere, sei keine Erfindung der Medien, da "man Dortmund nach einer gewissen Zeit den Trainer von oberster Stelle nicht so unterstützt und öffentlich stärkt, wie es nötig wäre", begründet die DFB-Legende. Ohnehin sehne man sich bei den Schwarz-Gelben nach einem "Klopp-Klon", den derzeitigen Übungsleiter des FC Liverpool könne man aber schlicht nicht kopieren.

"Egal ob Tuchel, Bosz, Stöger oder nun Lucien Favre. Sie alle mussten diesen Vergleich irgendwie ertragen und das färbt irgendwann mal auf die Laune und die Leistung ab", warnt Matthäus vor dem ewigen Vergleich mit dem langjährigen BVB-Übercoach. 

Diesen Fehler wirft Matthäus Favre vor

Favres Qualitäten seien zwar "unbestritten", so Matthäus, der Eidgenosse hole aber "eben nicht die Big Points, die nötig sind, um den Bayern die Meisterschaft ernsthaft strittig zu machen". Allerdings stimmt der 59-Jährige nicht mit allen Entscheidungen Favres überein. Vor allem der Umstand, dass der BVB gegen den FC Bayern ohne Jadon Sancho und Emre Can startete, stößt Matthäus auf. 

"Ich war weiß Gott nicht ein solch guter und erfolgreicher Trainer wie Lucien Favre. Aber ich war lange genug dabei um zu wissen, dass Can und Sancho auch 60, 70 Minuten oder gar das ganze Spiel im Tank gehabt hätten", ist sich Matthäus sicher. 

"Diese TV-Audience und die Wichtigkeit der drei Punkte, wäre für beide eine Art Leistungsdoping gewesen. Allein die Leistung und Ausstrahlung von Sancho im zweiten Durchgang zeigt ja, wie sehr es ihn gestört, ja gekränkt hat, ausgerechnet gegen Bayern nicht begonnen zu haben", konkretisiert der ehemalige Weltstar.


Mehr dazu: BVB-Coach Favre schießt scharf gegen Matthäus zurück


Das Ergebnis ist für Matthäus letztlich eindeutig: "Ich glaube nicht, dass Favre in der nächsten Saison noch auf der BVB-Bank sitzt."

Einen Nachfolger hat der einstige Nationaltrainer Ungarns und Bulgariens auch schon parat: Niko Kovac, der seinen Posten beim FC Bayern im November 2019 räumen musste. "Er ist emotional, empathisch, akribisch und ein großartiger Typ. Ich kann ihn mir sehr gut als Trainer von Borussia Dortmund vorstellen."

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