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Mihambo trainiert künftig bei Carl Lewis - DLV irritiert

31.05.2020 12:31
Trainiert künftig bei Carl Lewis: Malaika Mihambo
© AFP/SID/KIRILL KUDRYAVTSEV
Trainiert künftig bei Carl Lewis: Malaika Mihambo

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo trainiert künftig beim neunmaligen Olympiasieger Carl Lewis. Das bestätigte die 26-Jährige der "Bild am Sonntag". "Ich habe das Gefühl, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt für einen solchen großen Schritt ist", sagte die 7,30-m-Springerin.

Mihambo hatte den 58 Jahre alten US-Star vor einigen Wochen bei einem Online-Termin kennengelernt. Zudem wird Leroy Burrell ihr neuer Sprinttrainer. "Ich kann sehr viel von ihnen lernen, da sie den gleichen Weg gegangen sind, das ist unersetzlich. Nur wer diesen Weg beschritten hat, kann ihn auch lehren", sagte sie.

Lewis hatte zwischen 1984 und 1996 insgesamt neunmal Gold bei Olympischen Spielen gewonnen, darunter auch über die 100 und 200 m. Bei der WM 1991 in Tokio war Lewis in einem spektakulären Weitsprung-Finale 8,91 m gesprungen - diese Weite reichte aber nur zu Silber, weil Mike Powell den bis heute gültigen Weltrekord von 8,95 m nachlegte.

Mihambo wird für die Zusammenarbeit wahrscheinlich ab August ihren Trainingsmittelpunkt in die USA verlegen. "Ich kann viele neue Dinge lernen, auch in einem neuen Land mit neuen Menschen. Darauf freue ich mich. Ich liebe zum Beispiel Sprachen und kann dort auch an meinem Spanisch arbeiten. In Houston, wo ich trainieren und leben werde, wohnen etwa 40 Prozent Spanisch sprechende Menschen", sagte sie.

Der DLV verschickte am Pfingstsonntag eine Mitteilung, in der die Enttäuschung über den nächsten US-Wechsel einer Topathletin nach Konstanze Klosterhalfen und Gina Lückenkemper halbherzig in nette Worte gepackt war. "Wenn Athleten eine neue Herausforderung suchen, um sich weiterzuentwickeln, können wir sie nicht aufhalten", wird Präsident Jürgen Kessing zitiert, der zwar "alles Gute" wünschte, gleichwohl darauf verwies, dass "Titelgewinne mit unserem Fördersystem absolut erreichbar sind".

Zudem ließ der Verband durchblicken, von der Entscheidung kalt erwischt worden zu sein. Am Freitag habe Mihambo die zuständigen Bundestrainer bei einem Treffen über diesbezügliche Gedankenspiele informiert, am Samstag sei per Mail - kurz vor Erscheinen des BamS-Interviews - über den Vollzug unterrichtet worden.

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