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"Versteht ihr es jetzt?"

James entsetzt über Minneapolis-Tragödie

28.05.2020 13:36
James ist schockiert
© Brian Rothmuller/Icon Sportswire via www.imago-ima
James ist schockiert

In den Vereinigten Staaten ist erneut ein Afroamerikaner durch Polizeigewalt ums Leben gekommen. Das sorgt auch in der Sportwelt für Aufruhr.

Angesichts der erschreckenden Bilder aus Minneapolis platzte Basketball-Superstar LeBron James der Kragen. "Versteht ihr es JETZT? Oder ist es für euch immer noch nicht klar? #Augenauf", schrieb der 35-Jährige auf Instagram. In seinem Post nach dem aufwühlenden Tod eines Afro-Amerikaners bezog sich James auch auf Football-Star Colin Kaepernick, der zur Symbolfigur der Proteste gegen Polizeigewalt vor allem gegenüber dunkelhäutigen US-Bürgern wurde.

Die in Minneapolis entstanden Aufnahmen eines Polizisten, der auf dem Nacken des schwarzen US-Bürgers George Floyd (46) kniet, machten schnell die Runde. Floyd verlor bei dem Vorfall zunächst das Bewusstsein - später im Krankenhaus auch sein Leben. Erneut ist in den USA ein Schwarzer durch scheinbar willkürliche Polizeigewalt ums Leben gekommen. Die Rassismus-Vorwürfe werden wieder lauter - auch in der Sportwelt.

Schon 2016 hatte Kaepernick in der Profifootball-Liga (NFL) gegen Polizeigewalt und Rassismus in Amerikas Alltag demonstriert. Während der Nationalhymne, die vor jedem Spiel ertönt, kniete sich der heute 32-Jährige hin. Im Patriotenland USA ein Skandal. James, der in der nordamerikanischen Profibasketball-Liga (NBA) für die Los Angeles Lakers aufläuft, veröffentlichte ein Bild des knienden Kaepernick, neben einem Standbild aus dem Video. "Das ... ... ist der Grund", schrieb er dazu. Kaepernick wurde 2016 von den San Francisco 49ers entlassen und erhielt bis heute keinen neuen Vertrag in der NFL.

"Wie können wir uns sicher fühlen, wenn die, die uns beschützen sollten, uns töten?"

Auch Basketball-Kollege Stephen Curry von den Golden State Warriors, meldete sich zu Wort. "Ich habe viele Leute gesehen, die versucht haben auszudrücken, wie satt sie es haben, und wie sauer sie sind. Alles gut und schön, aber es ist immer die gleiche Realität in der wir leben. George hat es nicht verdient zu sterben", schrieb der 32-Jährige auf Instagram. Footballer DeMarcus Lawrence (28) von den Dallas Cowboys ergänzte: "Wie können wir uns sicher fühlen, wenn die, die uns beschützen sollten, uns töten?"

In den USA kommt es immer wieder zu Vorfällen, bei denen vor allem schwarze US-Bürger übermäßiger Gewaltanwendung durch Polizisten ausgesetzt sind. In 2014 kam Eric Garner(43) ums Leben, weil er bei seiner Festnahme von einem Beamten gewürgt wurde. Seine Rufe: "I can't breathe! (Ich kann nicht atmen, Anm. d. Red.)", wurden zu einem Slogan der "Black Lives Matter"-Bewegung.

Die Universität Minneapolis hat bereits Konsequenzen aus dem Video gezogen und die Zusammenarbeit mit der Polizei beendet. Künftig werden keine Beamten mehr größere Veranstaltungen der Universität begleiten. Darunter auch die Spiele der Division-I College-Football-Mannschaft Golden Gophers. Die in den Vorfall involvierten Polizisten wurden mittlerweile aus dem Dienst entlassen.

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