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Alle DEL-Klubs reichen Lizenz-Unterlagen ein

25.05.2020 14:55
Lizenzierung: alle DEL-Vereine reichen Unterlagen ein
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Lizenzierung: alle DEL-Vereine reichen Unterlagen ein

Am Sonntag verstrich die Frist zur Einreichung der Lizenz-Unterlagen in der DEL. Einige Papiere können auch nachgereicht werden, unter anderem die umstrittene Einwilligung der Spieler zum Gehaltsverzicht.

Teil eins? Check. Teil zwei? In der Schwebe. Erleichtert verkündete die Deutsche Eishockey Liga (DEL) am Montag zwar die fristgerechte Einreichung der Lizenz-Unterlagen aller 14 Klubs für die kommende Saison 2020/21 - der Brandherd Gehaltsverzicht schwelt aber weiter. Die umstrittenen Einwilligungen der DEL-Spieler zum 25-prozentigen Verzicht stehen nach "SID"-Informationen größtenteils noch aus - können aber nachgereicht werden.

Bis Montagmittag hatten lediglich die Fischtown Pinguins Bremerhaven offiziell eine Einigung mit ihren Spielern erzielt. An den anderen DEL-Standorten wird noch verhandelt, so auch in der Hauptstadt beim DEL-Rekordmeister. "Wir haben jetzt die Basis-Unterlagen eingereicht", sagte Peter John Lee, Geschäftsführer der Eisbären Berlin, der "Berliner Morgenpost".

Alle Fragen seien beantwortet, "bis jetzt haben wir von niemandem ein Nein bekommen", so Lee zum Stand der Verhandlungen über den Gehaltsverzicht bei seinen Spielern. "Wir versuchen, das so schnell wie möglich zu erledigen", betonte der 64-Jährige, der hofft, dass dies nicht länger als zwei Wochen dauert.

Die Maßgabe "schnell erledigen" dürfte vielerorts alles andere als einfach werden. Hinter vorgehaltener Hand waren in den vergangenen Tagen die Worte "Erpressung" und "Nötigung" gefallen. Die Forderung der DEL nach einem 25-prozentigen Gehaltsverzicht aufgrund der Coronakrise brachte die Spieler auf die Barrikaden.

"Pauschale Lösung" nicht möglich

"Wir wollen den Vereinen gerne helfen und sie nicht im Stich lassen, aber wir wollen Offenheit", sagte Nationalspieler Moritz Müller von den Kölner Haien dem "Sport-Informations-Dienst": "Wir wollen, dass die Klubs den Spielern zeigen, wo ihre Probleme liegen." Er tausche sich mit seinem Arbeitgeber regelmäßig aus, bei anderen Klubs gibt es dagegen nach "SID"-Informationen wenig bis gar keinen Dialog.

Dass die DEL von allen Klubs das Einfrieren eines Viertels des Jahresgehalts ihrer Spieler fordert und davon auch die Lizenz für die nächste Saison abhängig macht, kann der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang nicht nachvollziehen. "Eine pauschale Lösung ist aus meiner Sicht nicht möglich, dafür sind die Probleme zu unterschiedlich", erklärte der 33-jährige Müller: "Uns ist aber wichtig, dass wir nicht unter Zeitdruck zu etwas gedrängt werden, ohne einen Gegenvorschlag einbringen zu können."

Die DEL hatte vor eineinhalb Wochen erklärt, dass aufgrund sinkender Einnahmen vor allem im Bereich Zuschauer und Sponsoren selbst bei einem regulären Saisonbeginn im September ohne Corona-Einschränkungen ein pauschaler Gehaltsverzicht "die fairste Lösung" sei. Unverständnis und Verärgerung löste bei den Spielern zusätzlich die Tatsache aus, dass Trainer und Manager nicht auf ein Viertel ihres Gehalts verzichten sollen.

Wird gar nicht gespielt, sind die Einbußen der Spieler noch größer. Nach "SID"-Informationen ist das monatliche Nettogehalt derzeit ligaweit auf 2900 Euro gedeckelt - diese Regelung lehnen einige Klubs jedoch ab.

Zudem sollen den Spielern nach dem DEL-Plan nur dann mehr als 75 Prozent des Gehalts ausgezahlt werden, wenn ihr Verein mehr als drei Viertel der Einnahmen der Vor-Corona-Saison erreicht. Was angesichts der wirtschaftlichen Pandemie-Folgen äußerst unwahrscheinlich ist.

Doch noch sind das Zukunftsgedanken. Denn erst einmal muss eine grundsätzliche Einigung zwischen Spielern und Klubs her - und die lässt noch auf sich warten.

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