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Debüt im dritten Anlauf: Herrlich auf heikler Mission

22.05.2020 14:10
Heiko Herrlich reist mit seinen Augsburgern zum FC Schalke
© Klaus Rainer Krieger via www.imago-images.de
Heiko Herrlich reist mit seinen Augsburgern zum FC Schalke

Den Neustart der Bundesliga verpasste Heiko Herrlich wegen seines Verstoßes gegen die Quarantäne-Vorschriften. Nun gibt er in heikler Lage sein Debüt als Trainer des FC Augsburg.

Über sein "doppelt dummes" Verhalten in der vergangenen Woche wollte Heiko Herrlich nun wirklich nicht mehr reden. "Ich habe", betonte der Trainer des FC Augsburg am Freitag, "alles gesagt". Gleich mehrfach hatte er seinen Bruch der Quarantäne-Vorschriften zwecks Einkaufs von Zahnpasta und Handcreme als "naiv, dumm oder doof" bezeichnet. Dass er die Situation dann auch noch frank und frei geschildert habe, sei die zweite Ungeschicktheit gewesen.

Nun also, 75 Tage nach seinem Dienstantritt und im dritten Anlauf nach Spielabsage und selbstgewählter Sperre, wird der 48 Jahre alte Herrlich sein Debüt als Trainer der Augsburger geben. Das unglückliche 1:2 am vergangenen Samstag gegen den VfL Wolfsburg verfolgte er aus einer Loge, am Sonntag (13:30 Uhr) wartet die Trainerbank in der Schalker Arena auf ihn. Nicht geändert in all der Zeit hat sich die heikle Lage, in der sich der FC Augsburg befindet.

Augsburg trifft auf seinen Angstgegner

"Die Mannschaft weiß, wie die Situation ist", versicherte Herrlich am Freitag per Videokonferenz. In der Tabelle wird der FC Augsburg auf Rang 14 geführt, ausgewiesen werden für ihn 27 Punkte und damit vier mehr als für Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz. "Gefühlt", sagte Herrlich, habe man da "nichts mit dem Abstieg zu tun", aber natürlich weiß er nur zu gut, dass dieses Gefühl täuscht: Augsburg ist nun mal auch die schlechteste Mannschaft der Rückrunde.

Herrlich sagte auch, dass er die Statistik zwischen Schalke und Augsburg kenne. Die ist tatsächlich schlecht: Augsburg gelang nur ein Sieg in 18 Begegnungen. "Trotzdem wollen wir das Maximum herausholen und dort punkten", betonte Herrlich. Gelingt das nicht, drohen den Schwaben drei Negativrekorde in ihrer neunjährigen Bundesliga-Geschichte: fünf Niederlagen in Serie, sechs Auswärtsniederlagen in Serie und erstmals fünf Auswärtsspiele in Serie ohne Torerfolg.

Dass dies alles belastend ist für die Spieler, noch dazu in einer Phase, in der sich der Trainer durch Unachtsamkeit selbst aus dem Spiel nimmt, mochte Herrlich gar nicht bestreiten: "Eine Mannschaft, die keine Erfolgserlebnisse hat, die strotzt nicht gerade vor Selbstbewusstsein." Was ihn jedoch angeblich nicht stört. "Ich schaue in die Zukunft", betonte Herrlich und versicherte zudem fast trotzig: "Ich freue mich, dass es jetzt endlich auch losgeht für mich."

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