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"Wenn ich mir anschaue, wie die Saison bisher verlaufen ist ..."

Ex-Ferrari-Testfahrer war von Vettel-Aus nicht überrascht

21.05.2020 17:40
Esteban Gutierrez und Sebastian Vettel arbeiteten 2015 bei Ferrari zusammen
© MST
Esteban Gutierrez und Sebastian Vettel arbeiteten 2015 bei Ferrari zusammen

Dass die "Silly Season" der Formel 1 für 2021 mit den Bekanntgaben zu Sebastian Vettel, Carlos Sainz und Daniel Ricciardo schon so früh beginnen würde, damit hatte Esteban Gutierrez nicht gerechnet. Der Test- und Entwicklungsfahrer von Mercedes sieht einen Teilgrund dafür im aktuellen Stillstand aufgrund von Corona.

"Wenn ich mir anschaue, wie die Saison bisher verlaufen ist... Sie hat ja praktisch noch gar nicht angefangen, wird womöglich im Juli beginnen, was etwas optimistisch sein könnte. Aber nehmen wir mal an, das ist der Fall, dann ist das die Zeit, zu der normalerweise Vertragsgespräche im Gange wären", sagt er im Podcast "F1 Nation".

Die Teams hatten in der unplanmäßigen Rennpause nun aber bereits viel Zeit, um über ihre eigene Strategie für die Zukunft und mögliche Fahrer nachzudenken. "Insofern denke ich, dass die Gespräche deshalb schon begonnen haben", analysiert Gutierrez. Die Trennung von Ferrari und Vettel habe ihn dabei wenig überrascht.

Ferrari-Aufstieg "großer Schritt" für Sainz

"Er ist sehr clever und sehr menschlich in der Zusammenarbeit mit allen, wenn es darum geht, ein gemeinsames Ziel zu erreichen", weiß der ehemalige Ferrari-Testfahrer. Ab einem gewissen Punkt scheint die Harmonie jedoch abhanden gekommen oder das Ganze für Vettel nicht mehr in die richtige Richtung gelaufen zu sein.

"Damit war er sehr offen und ehrlich gegenüber dem Team", so Gutierrez. "Deshalb haben sie sich einvernehmlich getrennt." Als Nachfolger engagierte Ferrari Sainz, der einen Zweijahresvertrag für 2021/22 erhielt. Gutierrez kann sich gut vorstellen, wie sich der Spanier bei den Verhandlungen mit einem der Topteams gefühlt haben muss.

"Es ist natürlich jede Menge Aufregung im Spiel von dem Moment an, in dem dir klar wird, dass ein Team interessiert ist, insbesondere wenn es sich um ein Team wie bei mir Mercedes oder jetzt bei Carlos Sainz Ferrari handelt. Das ist ein großer Schritt in seiner Karriere. Klar, ist man da aufgeregt", erklärt der 28-Jährige.

Gutierrez: "Ich will wieder Rennen fahren"

Davon dürfe man sich aber nicht übermannen lassen, denn Vertragsgespräche erfordern immer auch ein Höchstmaß an Management, mahnt Gutierrez. "Man muss in gewissen Punkten objektiv bleiben, um die Verhandlungen voranzutreiben und den Deal zu finalisieren. Wir als Fahrer haben dafür viele Leute um uns herum."

Sie unterstützen den Prozess, "aber man muss auch selbst stark involviert bleiben, um sicherzustellen, dass man zukünftig im neuen Team auch gut performen kann". Angesprochen auf seine eigene Zukunft, verrät Gutierrez noch, dass er seine Augen offen halte. "Denn ich will wieder Rennen fahren", und das nicht nur virtuell.

Zuletzt ging er bei den Online-Challenges regelmäßig für Mercedes an den Start. "Aber sobald sich alles normalisiert, will ich mich natürlich in einer starken Position befinden und meine Fähigkeiten auch in der realen Welt wieder beweisen", gibt sich der Ex-Formel-1-Pilot kämpfen. Seinen letzten Grand Prix bestritt er 2016 für Haas.

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