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Frodeno warnt vor "Doppel-Tortur" auf Hawaii

15.05.2020 15:54
Jan Frodeno stehen zwei Iron Man in einem Jahr bevor
© BEAUTIFUL SPORTS/Nagel via www.imago-images.de
Jan Frodeno stehen zwei Iron Man in einem Jahr bevor

Zwei Ironman-Weltmeisterschaften schrecken einen wie Jan Frodeno nicht ab. Der Triathlon-Star fordert aber neue Qualifikationsregeln - weil es sonst gefährlich werden könnte.

Jan Frodeno erhob mahnend den Zeigefinger. Die "Doppel-Tortur" im Inselparadies von Hawaii sei für einen Modellathleten wie ihn machbar - aber nur mit modifizierten Qualifikationsregeln. "Sonst wird das keine gesunden Konsequenzen haben", warnte der dreimalige Ironman-Weltmeister im "SID"-Gespräch, nachdem die WM aufgrund der Coronakrise vom 10. Oktober auf den 6. Februar 2021 verschoben worden war.

Weil am 9. Oktober 2021 zudem ein weiterer WM-Wettkampf geplant ist, werden im kommenden Jahr erstmals seit 1982 zwei Sieger und Siegerinnen gekrönt. "Das ist keine Überraschung. Eine Topform im Februar und im Oktober zu haben ist möglich, auch die Vorbereitung bekommt man hin", sagte Frodeno.

Allerdings müssten sich die Profis ja auch erstmal für beide Rennen qualifizieren, nach jetzigem Stand demnach zwei weitere Langdistanzen von 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen hinter sich bringen. "Das", forderte der gebürtige Kölner, "muss man unbedingt überdenken!"

Weniger kritisch als Frodeno sieht der zweimalige Triumphator Patrick Lange die doppelte Austragung, er hat nun wie so viele endlich Gewissheit "und ein neues Ziel, auf das wir hinarbeiten können", schrieb der 33-Jährige in den Sozialen Medien.

Der Sieger von 2017 und 2018 kann es sogar "kaum abwarten, mit den Menschen am Start zu stehen, die diese Leidenschaft für den Triathlonsport mit mir teilen" - auch wenn die Vorbereitung vor allem auf das erste Rennen knifflig werden dürfte.

Frodeno und Co. erwartet ein Klimaschock

Auch im Februar wird es auf Hawaii bis zu 30 Grad heiß werden, die Luftfeuchtigkeit wird ähnlich hoch sein und der Wind ebenfalls Schwierigkeiten bereiten. Wenn die Vorbereitung aber in Europa absolviert werden soll, steht ein kleiner Klimaschock bevor. "Skilanglauf in Österreich und dann die Hitze von Hawaii - da muss ich mal meinen Trainer fragen, wie er das findet", wird Lange auf der Internetseite "tri-mag.de" zitiert.

Ganz pragmatisch bewertet derweil Ex-Champion Kienle die neue Situation. "Irgendwo ist ja immer Winter", sagte er. Und sowieso: "Erstmal muss man hoffen, dass es keine zweite Infektionswelle gibt und man alles wie geplant durchführen kann", sagte Kienle.

Doppel-Iron-Man erst einmal zuvor

Nur einmal waren in der mehr als 40-jährigen Geschichte der Ironman-WM zwei "Eisenmänner" innerhalb eines Jahres gekrönt worden. 1982 hatte zunächst im Februar ein Wettkampf stattgefunden, durch den Umzug auf die größte Insel "Big Island" wurde dann aber noch im Herbst ein weiterer ausgetragen - seither wird der Oktober bei Triathleten weltweit rot im Kalender markiert.

Erster deutscher Sieger war 1997 Thomas Hellriegel, auch von 2004 bis 2006 gewannen mit Normann Stadler (2004, 2006) und Faris Al-Sultan Deutsche. Die außergewöhnliche Siegesserie in Schwarz-Rot-Gold läutete aber erst Kienle mit seinem Triumph 2014 ein.

Nach ihm gewannen Frodeno und Lange jeweils zweimal, im vergangenen Jahr feierte Frodeno in Rekordzeit dann seinen dritten Erfolg - gemeinsam mit Anne Haug, der ersten deutschen Siegerin überhaupt.

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