Anzeige

Fall Sturm: NADA kritisiert Box-Verband

03.05.2020 20:37
Anti-Doping-Arbeit des BDB laut NADA mangelhaft
© unknown
Anti-Doping-Arbeit des BDB laut NADA mangelhaft

Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA sieht beim Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) viel Nachholbedarf im Kampf gegen leistungsfördernde Mittel.

Der BDB sei "sehr weit" davon entfernt, "solide und glaubwürdige Anti-Doping-Arbeit" zu betreiben, teilte die NADA auf SID-Anfrage mit.

Am vergangenen Donnerstag war Ex-Weltmeister Felix Sturm vom Landgericht Köln wegen Steuerhinterziehung, Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz und Körperverletzung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Zum ersten Mal seit Einführung des Anti-Doping-Gesetzes im Dezember 2015 war ein deutscher Spitzensportler damit auch wegen Dopings zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

BDB-Präsident Thomas Pütz hatte nach dem Urteil ein komplett staatlich kontrolliertes Doping-Testsystem gefordert, weil Sturm auch aufgrund eines positiven Tests, den die Agentur Voluntary Anti-Doping Association (Vada) aus Las Vegas vorgenommen hatte, für schuldig befunden worden war. "

Wenn Doping zu einem Strafverfahren führt, dann muss es der Staat auch kontrollieren", hatte Pütz dem "SID" gesagt. 

Die NADA hingegen erkennt viel Nachholbedarf beim BDB selbst. "Es fehlt nicht nur an konformen Dopingkontrollen und wichtigen Präventionsmaßnahmen zur Aufklärung der Boxerinnen und Boxer", teilte die NADA mit.

Ebenso setze der Verband nach wie vor nicht die Vorgaben Welt-Anti-Doping-Agentur WADA um.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige