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Wer kommt? Wer geht? Was wird aus den Leihspielern?

Kader-Check: So plant der BVB

01.05.2020 22:26
Beim BVB herrscht im Sommer Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt
© sport.de/imago images
Beim BVB herrscht im Sommer Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt

Der Spielbetrieb pausiert wegen der Coronavirus-Pandemie, der finanzielle Handlungsspielraum schrumpft. Dennoch ruhen die Transfer-Planungen von Borussia Dortmund für die kommende Saison nicht. 

Wer kommt? Wer geht? Was wird aus den zahlreichen Leihspielern? sport.de beleuchtet die Kadersituation des BVB.

  • BVB im Kader-Check: Die Torhüter

Vorhandenes Personal: Roman Bürki, Marwin Hitz, Eric Oelschlägel

Die Situation: Bürki ist die unumstrittene Nummer eins im Kasten des BVB und wird das wohl auch in der kommenden Saison sein, auch wenn sein Vertrag 2021 ausläuft und eine Verlängerung (bislang) nicht in trockenen Tüchern ist.

In Hitz verfügt der BVB zudem über einen erstklassigen Ersatzkeeper. In fünf Pflichtspielen vertrat er seinen verletzten Landsmann Bürki bislang in dieser Saison souverän. Für seine Nebenrolle streicht der frühere Augsburger zudem ein ordentliches Gehalt ein - eine Win-Win-Situation für Spieler und Verein.

Oelschlägel kommt nur in der Regionalliga zum Einsatz.

Wer könnte gehen?

Für Oelschlägel dürfte das Kapitel in Dortmund beendet sein. Der Vertrag des Ex-Bremers läuft im Sommer aus, eine Verlängerung ist wegen seiner Perspektivlosigkeit nahezu ausgeschlossen.

Wer soll kommen?

Die interne und damit naheliegende Option ist, Nachwuchstorwart Luca Unbehaun, ohnehin schon mit einem entsprechenden Vertrag ausgestattet, dauerhaft zu den Profis zu beordern. Nichtsdestotrotz könnte der 19-Jährige weiterhin Spielpraxis in der zweiten Mannschaft sammeln.

  • BVB im Kader-Check: Die Abwehr

Vorhandenes Personal: Achraf Hakimi, Mateu Morey, Lukasz Piszczek, Manuel Akanji, Leonardo Balerdi, Mats Hummels, Dan-Axel Zagadou, Marcel Schmelzer, Nico Schulz

Leihspieler: Felix Passlack (Fortuna Sittard), Jeremy Toljan (Sassuolo Calcio), Ömer Toprak (Werder Bremen)

Die Situation: Über weite Strecken der Hinrunde war die Defensive die große Achillesferse der Dortmunder. Für mehr Stabilität sorgte Favres Systemumstellung auf ein 3-4-3.

Steht Akanji vor dem Aus beim BVB?
Steht Akanji vor dem Aus beim BVB?

Davon profitierte in erster Linie Zagadou. Der junge Franzose, bis dahin außen vor, etablierte sich als Stammspieler neben Hummels. Der chronisch formschwache Akanji musste seinen Platz in der Dreierkette inzwischen für Piszczek räumen.

Hakimi ist auf der rechten Seite ebenso gesetzt wie Guerreiro auf der linken. Der Portugiese hat DFB-Nationalspieler Schulz den Rang abgelaufen.

Die beiden Youngster Balerdi und Morey sammeln vor allem in der zweiten Mannschaft Spielpraxis. Während Balerdi bereits ein wenig Bundesliga-Luft schnupperte, wartet Morey noch auf sein Profi-Debüt. 

Wer könnte gehen?

Akanji liebäugelte angeblich schon im Winter mit einem Wechsel. Bei einem entsprechenden Angebot dürfte er den BVB womöglich verlassen. Gleiches gilt für Urgestein Schmelzer. Ihm würde der Verein im Falle eines Wechselwunsches keine Steine in den Weg legen.

Rückkehrer Passlack will um seine Chance beim BVB kämpfen. Seine Zukunft in Dortmund ist allerdings ungewiss.

Knifflig ist die Lage bei Toprak: Im Falle eines Bremer Klassenerhalts greift die Kaufpflicht in Höhe von fünf Millionen Euro. (Zu) viel Geld für Werder. Der "kicker" spekulierte zuletzt, ob der BVB dem Ligakonkurrenten finanziell entgegenkommt.

Spannend wird es auf der Rechtsverteidiger-Position: Leihspieler Hakimi kehrt nach zwei Jahren wohl zu Real Madrid zurück. Die Verlängerung mit Routinier Piszczek ist weiterhin in der Schwebe. Im schlimmsten Fall verabschieden sich beide Akteure.

Auch Balerdi dürfte eine zumindest vorübergehende Luftveränderung anstreben, sollte der BVB ihm keine Perspektive aufzeigen.

Wer soll kommen?

Der BVB muss sich dringend um (mindestens) einen neuen Mann für die rechte Seite bemühen.

Thomas Meunier von Paris Saint-Germain steht dabei hoch im Kurs. Der 28 Jahre alte Belgier ist im Sommer ablösefrei zu haben. Er brächte Erfahrung auf höchstem Niveau mit.

Eventuell erhält der in Italien überzeugende Toljan eine Bewährungschance. Auch Morey dürfte in der Verlosung um den oder die vakanten Posten mitmischen.

  • BVB im Kader-Check: Das Mittelfeld

Vorhandenes Personal: Emre Can, Mahmoud Dahoud, Thomas Delaney, Tobias Raschl, Axel Witsel, Julian Brandt, Giovani Reyna, Raphael Guerreiro

Leihspieler: Dzenis Burnic (Dynamo Dresden), Sergio Gómez (SD Huesca), Marius Wolf (Hertha BSC)

Die Situation: Den Konkurrenzkampf um den zweiten Platz im zentralen Mittelfeld neben Platzhirsch Witsel entschied Winter-Neuzugang Emre Can zunächst klar für sich.

Götze und Dahoud werden den BVB wohl verlassen
Götze und Dahoud werden den BVB wohl verlassen

Brandt, der in der Hinrunde teilweise die Position in der Schaltzentrale bekleidete, rückte fortan ins offensive Mittelfeld. Dort machte in der Rückrunde auch der hochveranlagte Reyna auf sich aufmerksam.

Delaney kämpft seit November mit Verletzungen und ist derzeit ebenso außen vor wie Dahoud und Youngster Raschl.

Wer könnte gehen?

Im Mittelfeld herrscht ein Überangebot beim BVB. Burnic dürfte keine Zukunft in Dortmund haben. Das gilt auch für Wolf, dessen Kaufoption allerdings unrealistische 20 Millionen Euro beträgt. Hertha-Manager Preetz kündigte an, mit dem BVB sprechen zu wollen.

Dem hochtalentierten Gómez fehlt es noch extrem an Robustheit. Eine erneute Leihe ist wohl die beste Option für beide Partien. Auch Raschl könnte Spielpraxis bei einem anderen Verein sammeln.

Dahoud, der sein Potenzial in den letzten drei Jahren nie wirklich abrufen konnte, wird den BVB wohl verlassen.

Wer soll kommen?

Englands Senkrechtstarter Jude Bellingham könnte als Perspektivspieler in Dortmund aufschlagen. Während zunächst einige Medien über eine Ablösesumme in Höhe von 35 Millionen Euro für den 16-Jährigen von Birmingham City spekulierten, hieß es zuletzt, für ihn werde nur eine Ausbildungsentschädigung fällig.

Auch Eduardo Camavingas Name kursiert in der BVB-Gerüchteküche. Das 17 Jahre alte Talent von Stade Rennes soll sich aber mit Real Madrid einig sein.

  • BVB im Kader-Check: Der Angriff

Vorhandenes Personal: Mario Götze, Erling Haaland, Thorgan Hazard, Marco Reus, Jadon Sancho

Leihspieler: André Schürrle (Spartak Moskau)

Die Situation: Mit Haaland glückte dem BVB im Winter ein echter Transfer-Coup. 

Bis zur Unterbrechung des Spielbetriebs wurde das norwegische Sturm-Juwel in der Regel von Hazard und Sancho flankiert - vor allem, weil Kapitän Reus seit Anfang Februar verletzt ausfiel.

Götze (erst sechs Startelfeinsätze 2019/2020) kommt überhaupt nicht mehr über die Statistenrolle hinaus.

Wer könnte gehen?

Bei Götze, dessen Vertrag ausläuft, und Schürrle, der zunächst aus Moskau zurück zum BVB kehren wird, stehen die Zeichen auf Abschied. Beide könnte es ins Ausland ziehen, aber auch über Interessenten aus der Bundesliga wird spekuliert.

Sancho spielt die beste Saison seiner noch jungen Laufbahn (14 Tore und 15 Assists in der Liga) und steht auf der Wunschliste aller europäischen Top-Klubs.

Allerdings liegt die Schmerzgrenze des BVB beim 20-jährigen Engländer wohl bei weit über 100 Millionen Euro. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Verein in Zeiten der Corona-Krise eine solche Summe auf den Tisch legt.

Wer soll kommen?

Dennoch bereiten sich die Verantwortlichen auf einen möglichen Sancho-Abgang vor.

Gehandelt werden unter anderem der brasilianische Nationalspieler Éverton (Grêmio Porto Alegre) sowie das spanische Juwel Ferrán Torres (FC Valencia). Auch Jonathan David (KAA Gent) wurde zuletzt mit dem BVB in Verbindung gebracht.

Tom Kühner

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