Anzeige

"Nicht für Kerber": Neue Tennis-Serie in Corona-Zeiten

20.04.2020 15:39
Direktor: "Für eine Angie Kerber machen wir das nicht"
© imago sportfotodienst
Direktor: "Für eine Angie Kerber machen wir das nicht"

In dieser außergewöhnlichen Turnier-Serie werden auch Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber ihre Bälle selber einsammeln.

Mit einem interessanten Konzept will der Deutsche Tennis Bund seinen Profis in der Zwangspause helfen - Ballkinder, Publikum und der gewohnte Handschlag sind in Coronavirus-Zeiten aber nicht erlaubt. Es geht vielmehr darum, den Spielern Matchpraxis zu ermöglichen, damit sie sich auf den nicht absehbaren Tag X - den Neuanfang der internationalen Turnierszene - vorbereiten können.

"Ich finde es eine gute Idee. Es geht darum, die Zeit für die Jungs vernünftig zu überbrücken, bis es irgendwann wieder richtig losgeht", sagte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann, der nicht direkt in die Entwicklung involviert war, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang März ruhen ATP- und WTA-Tour. Die Spieler verlieren das Gefühl, unter dem Druck, gewinnen zu wollen, anzutreten.

"Nach einer längeren Pause brauchen die Spieler immer eine Weile, um wieder ihren Rhythmus zu finden und ihre wahre Leistung abzurufen. Daher ist es gut, dass die Jungs so die Möglichkeit haben, zumindest ein bisschen Matchpraxis zu sammeln", sagte Kohlmann.

32 Herren und 24 Damen soll dies in der neu entwickelten und auf sieben Wochen angelegten Serie ermöglicht werden, wie DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff erklärte. Der Start ist frühestens am 8. Juni. Neben den beiden Spielern soll nur ein Schiedsrichter auf dem Platz sein, auf Linienrichter wird verzichtet. "Wir werden alle Corona-Einschränkungen berücksichtigen", sagte Hordorff der "Deutschen Presse-Agentur". "Was immer die Regierung für richtig hält, wird umgesetzt." Vielleicht seien später ja auch wenige Zuschauer möglich.

So läuft das neue Turnier

Gespielt wird im Freien zunächst in acht Gruppen an vier (Herren) beziehungsweise drei Orten (Damen). Es tritt jeder gegen jeden an, hinzu kommen Platzierungsspiele. Los geht es mit einer Vorrunde, es folgen Zwischen- und Finalrunde. Der Sieger der Gruppe soll pro Woche 4000 Euro verdienen, im Finale steigt das Preisgeld. Welche Clubs die Spiele ausrichten, ist noch nicht festgelegt.

"Es soll auch Geld für Charity-Zwecke im Tennis gesammelt werden", sagte Hordorff und kündigte an, dass noch mit einem Sponsor ebenso wie mit TV-Sendern über eine mögliche Übertragung verhandelt werde. "Wir treffen auf einen ausgedürrten Markt. Es dürfte Interesse geben", sagte der DTB-Funktionär. Im Livestream sollen Matches auf jeden Fall gezeigt werden.

Für das Herren-Feld hätten die Davis-Cup-Spieler Kohlschreiber und Struff gleich signalisiert, dabei sein zu wollen. Zielgruppe sei aber auch die Weltranglisten-161. Antonia Lottner. "Für eine Angie Kerber machen wir das nicht", sagte Hordorff.

Mit einen normalen Turnier hat die Serie auch deswegen wenig gemeinsam, weil nur deutsche Spieler teilnehmen dürfen, aus Rücksicht auch auf die Reisebeschränkungen. In Österreich soll ebenfalls eine solche Turnierserie starten. Sollte es im August möglich sein, solle noch eine Art Endspiel gegen Österreich folgen, sagte Hordorff.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige