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Di Montezemolo räumt mit lange Zeit offener Frage auf

Senna und Schumi in einem Team? Das sagt Ferraris Ex-Boss

08.04.2020 19:35
Ayrton Senna und Michael Schumacher in einem Team? Nein, danke!
© MST
Ayrton Senna und Michael Schumacher in einem Team? Nein, danke!

Der Wechsel Michael Schumachers von Benetton zu Ferrari 1996 hätte ohne den Tod von Ayrton Senna vermutlich nie stattgefunden.

Das verrät nun der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Dass die Scuderia Senna unbedingt verpflichten wollte, ist kein Geheimnis - und auch dass es kurz vor dem Tod des Brasilianers zu einem Treffen gekommen war, verriet der Italiener bereits vor einem Jahr.

Senna wollte Williams unbedingt verlassen und seine Karriere bei Ferrari ausklingen lassen. Vertraglich wäre ein Wechsel 1996 möglich gewesen, doch nach seinem Unfall in Imola 1994 verpflichtete Ferrari stattdessen den zweimaligen Weltmeister Michael Schumacher. Viele Fans träumen von einer möglichen Paarung der beiden Superstars, doch dazu wäre es nicht gekommen.

Di Montezemolo: "Hätten uns selbst in den Fuß geschossen"

"Eine Paarung Schumacher/Senna hätte bedeutet, dass wir uns selbst in den Fuß schießen", sagt di Montezemolo gegenüber "Sky Sport 24". "Das hätte nicht funktioniert, denn wenn man zwei Superstars im selben Team hat, dann gewinnt man nicht", ist seine Auffassung. Die Paarung hätte zwar eine gute Show geboten, "aber es wäre nicht gut für Ferrari gewesen."

Neben Schumacher holte die Scuderia damals den Nordiren Eddie Irvine als Nummer-2-Fahrer. Abgesehen von seiner unerwarteten WM-Chance 1999, als Schumacher wegen eines Beinbruchs lange fehlte, blieb Irvine auch in dieser Rolle. Auch Nachfolger Rubens Barrichello füllte unter der Herrschaft Luca di Montezemolos diese Rolle aus - auch wenn er sich eher als "1b" sah.

Mit dieser Rollenverteilung holte Ferrari von 2000 bis 2004 fünf WM-Titel in Folge, nachdem man zuvor 21 Jahre lang ohne Fahrertitel geblieben war. Auch Schumacher erlebte zu Beginn seiner Ferrari-Zeit schwierige Jahre.

Der Ex-Präsident erinnert sich, dass es damals in Italien kritische Stimmen gab, als die Verpflichtung des Deutschen bekanntgegeben wurde. "Es gab einige Skepsis, aber ich war überzeugt von meiner Wahl, weil die Zeit reif war", sagt er.

Man hätte Schumacher auch schon zwei Jahre früher holen können, betont er, doch das wäre zu früh gewesen. "Wir hatten nicht das Auto, um zu gewinnen. Michael ist nach einer langen Umstrukturierung des gesamten Teams gekommen. Er ist zu uns gestoßen, als der Fahrer den Unterschied machen konnte."

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