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Die BBL stemmt sich gegen den Abbruch

01.04.2020 13:51
Spielt die BBL die Saison vor leeren Rängen zu Ende?
© Foerster /Eibner-Pressefoto via www.imago-images.d
Spielt die BBL die Saison vor leeren Rängen zu Ende?

Die Basketball-Bundesliga will ihre Saison unbedingt sportlich beenden. Die Mehrheit der Klubs ist dafür, doch der Weg dorthin wird nicht einfach.

Die Rettung der Basketball-Saison wird für Stefan Holz und seine Mitstreiter zum ganz eigenen Sport: Eine Mischung aus Wettlauf gegen die Zeit und mehrdimensionalem Puzzle hat der Bundesliga-Geschäftsführer zusammen mit den Vereinen zu bewältigen, um einen Abbruch wie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu verhindern. Im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie sind sich die meisten Liga-Klubs über das Vorgehen einig, der Erfolg ist jedoch keineswegs garantiert.

In einer Videokonferenz in der Vorwoche einigten sich die Bundesligisten mehrheitlich auf eine Ausdehnung der seit 12. März andauernden Spielpause bis mindestens zum 30. April. Das Ziel ist weiter klar: Die Verantwortlichen wollen, "den Spielbetrieb, wenn es irgendwie möglich ist, wiederaufnehmen mit dem Ziel, die Saison bis 30. Juni abzuschließen", sagte Holz dem SID. Mit einem Abbruch wolle sich Holz, wie er sagte, derzeit nicht beschäftigen.

Anderer Meinung ist Arne Dirks, Geschäftsführer des neunmaligen deutschen Meisters Brose Bamberg. Am vergangenen Wochenende sprach er sich im Aktuellen Sportstudio des ZDF für einen Abbruch aus. Er wolle lieber Fakten schaffen und den Blick "Richtung neue Saison" richten. Holz bezeichnete es als "vollkommen legitim", dass die Franken ihre Position öffentlich vertreten, wie sie es schon im gemeinsamen Videocall ligaintern getan hätten.

"Hochgradig schiefe Tabelle" trübt die Stimmung

Holz hat derweil gute Gründe, an einer Fortsetzung der Spielzeit festzuhalten. Schließlich droht durch die Coronakrise, so sagte er der Bild am Sonntag, je nach Ausgang ein Schaden von bis zu 25 Millionen Euro. Verständlich also, dass die Liga sich Zeit gibt, um an Alternativmodellen zu arbeiten. Bisher ist jedoch nur klar, dass wohl nicht alle geplanten Spiele stattfinden können.

Eine Verdichtung sei nötig, "weil uns die Zeit wegläuft", so Holz. Direkt in K.o.-Spiele zu gehen und so die Saison abzukürzen, sei laut Holz jedoch nicht Plan A. "Sicherlich wäre es sinnvoll, die Hauptrunde zu Ende zu spielen, weil wir eine hochgradig schiefe Tabelle haben und damit auch keine sportliche Gerechtigkeit momentan", sagte er.

Derzeit sind erst 22 von 34 Spieltagen absolviert, und viele Teams haben eine unterschiedliche Anzahl von Hauptrundenspielen bestritten. Um den 30. April herum will sich die Liga wieder zusammenschalten und über eine mögliche Wiederaufnahme beraten. Grundsätzlich müsse die Liga, so Holz, "Ende Mai" wieder anfangen zu spielen, um das Ziel 30. Juni zu halten.

Schließlich müssten sich die Teams vorbereiten und abgereiste oder in Kurzarbeit weilende Spieler wieder zurückkommen. Im Fall der US-Amerikaner, die in der Pause reihenweise ihre Klubs verlassen haben, wies Holz auf die unterschiedlichen Vertragssituationen bei den Vereinen hin. Die Konstellationen reichen von Aufhebungsverträgen über solche mit Rückkehr-Optionen hin bis zu bestehenden Arbeitspapieren, "aus denen die Spieler vorübergehend nach Hause gelassen worden sind", so Holz.

Grundsätzlich erwarte er aber einen "gewissen Teil der Spieler zurück". In welchem Rahmen sie dann wieder auf dem Parkett auflaufen würden, ist aktuell noch nicht zu sagen. Nur Zuschauer sind dann nicht zu erwarten. "Wenn es überhaupt eine Option geben sollte, in den Spielbetrieb wiedereinzusteigen, dann wird das nur mit Geisterspielen gehen", so Holz. Der Vorteil: Dann würde zumindest Geld aus dem wichtigen TV-Vertrag mit MagentaSport fließen. Geld, das die Vereine dringend brauchen.

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