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"Zeichen stehen auf Absage"

Federers Wimbledon-Traum droht zu platzen

31.03.2020 12:48
Roger Federer tröumt vom 21. Grand-Slam-Sieg
© Paul Zimmer via www.imago-images.de
Roger Federer tröumt vom 21. Grand-Slam-Sieg

Vorhand, Rückhand, durch die Beine - Vorhand, Rückhand, durch die Beine: Dick eingemummelt in Wollpulli, Strickmütze und Steppweste steht Roger Federer im Schneegestöber und kloppt die geliebte Filzkugel an die Wand.

Der Tennis-Maestro zeigt sich nach seiner Knie-Operation schon wieder mit dem Schläger in der Hand, kämpft unverdrossen für seinen großen Traum, Wimbledon und Grand-Slam-Titel Nummer 21.

Doch Federer kann sich mit seinem Comeback wohl Zeit lassen: Das legendäre Rasenturnier (29. Juni bis 12. Juli) droht in diesem Jahr auszufallen. "Die Zeichen stehen auf Absage", titelte der Schweizer Rundfunksender SRF vor der womöglich historischen Entscheidung, die am Mittwoch bei einem Krisentreffen der Veranstalter erwartet wird. Fällt auch Wimbledon dem Coronavirus zum Opfer, würde das älteste Tennisturnier der Welt erstmals seit der Gründung 1877 in Friedenszeiten nicht stattfinden.

Und so dürfte am Mittwoch vor allem das Ringen um einen neuen Termin im Vordergrund stehen. Theoretische Modelle wie ein Sprung in den Herbst scheinen unrealistisch, der Rasen lässt dies nicht zu. Auch der Spätsommer bietet kaum Optionen, da der mit den US Open (31. August bis 13. September) und den verlegten French Open (20. September bis 4. Oktober) schon pickepackevoll ist. Außerdem weiß niemand, wann die schwere Coronakrise im Griff ist.

Für die gewöhnlich bestens informierte "BBC" ist die Sache deshalb klar, sie kommt schon vor der wegweisenden Sitzung zu ihrer Conklusio: "Wenn der All England Club zusammenkommt, wird er fast sicher zum Schluss kommen, dass Wimbledon 2020 nicht machbar ist."

Dies könnte auch Federers Hoffnungen auf einen weiteren Titel im Rasen-Mekka schmälern. Der Schweizer wird in diesem Sommer 39 Jahre alt, die Chance, den legendären Challenge-Cup ein weiteres Mal in die Höhe zu stemmen, dürfte 2021 zumindest nicht größer werden.

Wimbledon ist krisensicher: Versicherung gegen Pandemie-Folgen

Wenigstens finanziell droht dem All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) durch den insgesamt elften und seit den großen Kriegen (1914 bis 1918 und 1940 bis 1945) erste Ausfall keine Gefahr. Wie englische Medien berichteten, besaßen die Veranstalter womöglich als einziges Weltevent im Sport die Voraussicht, sich gegen die Folgen einer Pandemie zu versichern. Ein wertvoller Schachzug für das Turnier mit zuletzt mehr als 42 Millionen Euro Preisgeld.

Bei den French Open ist dies offensichtlich nicht so. Anders als mit großen finanziellen Zwängen war der eigenmächtige Sprung in den Herbst nicht zu erklären, der die anderen Player der Szene vor den Kopf stieß. Durch den nun angepeilten Start am 20. September, eine Woche nach den US Open, kollidiert Roland Garros unter anderem mit dem von Federer mitorganisierten Laver Cup.

Aktuell ruhen die Männer-Tour ATP und die Frauen-Tour WTA bis zum 7. Juni. Mindestens.

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