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"Derzeit hängt zu vieles in der Luft"

Ricciardo über Vertragspoker: "Ziemlich chaotisch"

23.03.2020 16:17
Wer fährt wo ab 2021? Daniel Ricciardo weiß noch nicht, wohin die Reise geht
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Wer fährt wo ab 2021? Daniel Ricciardo weiß noch nicht, wohin die Reise geht

"Derzeit ist alles ziemlich chaotisch", sagt Daniel Ricciardo. In der Tat: Beinahe im stundentakt werden Motorsport-Veranstaltungen weltweit abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben, teilweise sind ganze Rennteams in Quarantäne und die Werke geschlossen. Die Reaktion der Formel 1: Das neue Reglement kommt erst zur Saison 2022.

Für Renault-Fahrer ist noch "schwierig zu sagen", welche Auswirkungen der Aufschub auf den Fahrermarkt haben wird. "Ich vermute aber mal: Man wird seine Entscheidung unabhängig von diesen Änderungen treffen."

Bei 'The Age' sagte der Australier weiter: "Ich glaube kaum, dass jemand einen Einjahresvertrag unterschreibt, nur um 2022 wieder auf dem Markt zu sein. Das wäre mit gewissen Risiken verbunden." Ein Einjahresvertrag sei ohnehin "alles andere als ideal" für einen Rennfahrer.

Wie lange soll man sich jetzt vertraglich binden?

Ricciardo selbst befindet sich jedoch in der Situation, dass er sich entscheiden muss: Will er nach 2020 weiter bei Renault bleiben oder zu einem anderen Rennstall wechseln? Denn sein aktueller Zweijahresvertrag läuft im Anschluss an diesjährige Saison aus.

Kurzfristig denke jetzt aber wohl niemand, meint Ricciardo. "Ich glaube: Alles, was ab sofort unterschrieben wird, wird sich bis 2022 oder darüber hinaus erstrecken."

Das mache die Ausgangslage für die meisten Formel-1-Fahrer "schon interessant", wie er sagt. "Man muss bedenken, dass die meisten Fahrer außer Max [Verstappen] und Charles [Leclerc] keinen Vertrag über 2021 hinaus haben."

Wer sein Cockpit schon sicher hat

Tatsächlich haben nicht nur Verstappen und Leclerc bereits für die Zeit nach 2020 unterschrieben, sondern noch weitere Fahrer. McLaren, Renault und Williams jedenfalls haben für 2021 schon je ein Cockpit besetzt.

Ricciardo will das allerdings nicht als Druck verstehen, sondern sich erst einmal Zeit nehmen, die vielen Änderungen "zu verdauen", so der mehrmalige Grand-Prix-Sieger. "Erst dann kann ich mir Gedanken machen, wie ich dazu stehe."

"Derzeit", sagt Ricciardo weiter, "hängt zu vieles in der Luft. Alles scheint möglich zu sein." Die Reglement-Verschiebung auf 2022 jedenfalls sei für ihn "überraschend" gekommen.

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