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Geduldsprobe für Fußball- und Sportwetten-Fans: Europas Top-Ligen unter Corona-Quarantäne

24.03.2020 16:37
Bayern-Star Robert Lewandowski muss derzeit pausieren
© Philippe Ruiz via www.imago-images.de
Bayern-Star Robert Lewandowski muss derzeit pausieren

Das Coronavirus hält die Welt in Atem und stellt die konsternierte Menschheit vor nicht für möglich gehaltenen Herausforderungen. Europas große Fußballligen bilden hier keine Ausnahme und sehen wie so viele andere auch einer ungewissen Zukunft entgegen.

Wie soll es weitergehen? Diese Frage stellen sich in diesen Tagen vom leidgeprüften Politiker über den schwer Erkrankten bis hin zum heroisch kämpfenden Mediziner viele Menschen. Selbst König Fußball, sonst für viele eine der schönsten Nebensachen der Welt, rückt weit in den Hintergrund. Die Corona-Pandemie wird auch hier deutliche Spuren hinterlassen, wie die Lage in den pausierenden Top-Ligen zeigt.

Die auf 2021 verschobene Europameisterschaft verschaffte Premier League, Bundesliga und Co. zwar Zeit, doch ob die nationalen Meisterschaften rechtzeitig vor dem Ende der am 30. Juni ablaufenden Spielerverträge beendet werden können, steht in den Sternen. Reihenweise Klubs bangen wegen Spielausfällen und ausbleibenden TV-Geldern sogar um ihre Existenz.

Auch das Feld der Sportwetten muss auf das extrem abgeflaute Angebot an Partien und Wettbewerben reagieren.  https://www.sportwetteonline.de/ vergleicht hierzu alle großen Online-Wettbüros und informiert über ihre derzeitigen Live-Angebote. 

Bundesliga bangt um ihre aktuelle Saison

Eine komplette Absage der Bundesliga würde zum Beispiel einen finanziellen Schaden von circa 750 Millionen Euro nach sich ziehen. Kein Wunder also, dass DFL-Geschäftsführer Christian Seifert über alle möglichen Varianten nachdenkt, die aktuelle Serie in der 1. und 2. Bundesliga zu beenden. "Keiner in den 36 Vereinen liebt Geisterspiele, für einige Klubs sind sie aber die einzige Überlebenschance", so der 50-Jährige, der zudem als Vizepräsident des DFB agiert.

Bei einigen Vereinen, wie zum Beispiel beim Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach, verzichteten die Spieler bereits auf Teile ihres Gehalts, um Arbeitsplätze zu sichern und die Wucht der ausbleibenden Einnahmen abzufangen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte öffentlich für Solidarität von Fußballprofis geworben, zudem starteten viele Aktionen auf Eigeninitiative.

Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft sind einige der Dinge, die in diesen Tagen besonders gefragt sind. Dies brachte auch Uli Hoeneß eindrucksvoll beim "Doppelpass" auf Sport1 zur Sprache. "Wir müssen erstmal schauen, dass die Gesellschaft einigermaßen gesund aus dieser Krise rauskommt", sagte der ehemalige Präsident von Tabellenführer Bayern München. "Der Rest ist völlig egal."

FC Liverpool eigentlich so gut wie Meister

Ähnlich sieht es Jürgen Klopp, Trainer des englischen Premier League-Spitzenreiters FC Liverpool. "Setzt eure Gesundheit an erste Stell"“, appellierte der amtierende Champions League Sieger in einem emotionalen Brief an die Fans. "Geht keine Risiken ein. Denkt an die Verletzlichen in unserer Gesellschaft und handelt, wenn möglich, mit Mitgefühl für sie." Zwar erachte er seine Meinung als Fußballmanager zur Zeit nicht als wichtig, doch er sei sich bewusst, dass gerade die LFC-Fans vom Team etwas hören möchten.

Sportlich gesehen ist die Pause für Liverpool bitter, denn für sie schien die englische Meisterschaft bereits in trockenen Tüchern. Die "Reds" liegen 25 Punkte vor Manchester City und der erste Titel seit 30 Jahren ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Zwar will die Premier League, die bis zum 30. April pausiert und der ein Verlust von über einer Milliarde droht, alles daran setzen, die Runde zu beenden, doch eine Garantie dafür gibt es nicht.

Italiens Calcio schafft keine Ablenkung

Auch in Italien wird heiß über eine Fortsetzung der Serie A debattiert. Spitzenreiter Juventus Turin und Lazio Rom trennt acht Spieltage vor dem Ende nur ein Punkt acht Spieltage und ein hochspannendes Titelrennen könnte zumindest für ein wenig Ablenkung sorgen von den Schrecken, welche das hart vom Virus getroffene Italien gerade erleiden muss.

Zunächst herrschte Uneinigkeit darüber, ob man die Serie-A-Spielzeit überhaupt unterbrechen sollte – wie in vielen anderen Ligen auch. Doch als Juve-Verteidiger Daniel Rugani sich als erster Profi mit dem Virus infizierte und Ministerpräsident Guiseppe Conte ein Machtwort sprach kam die Pause. "Es tut mir leid, aber alle Tifosi müssen das akzeptieren", so Conte damals.

FC Barcelona soll in Spanien den Meistertitel beanspruchen

Nicht nur in Italien wurde eine besonders spannende Tabellenspitze "eingefroren". Auch das Kopf an Kopf Rennen in Spanien zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid ist extrem eng, denn die Katalanen liegen nur zwei Zähler vor den Hauptstädtern. Kontrovers: Barca soll bereits den Meistertitel für sich beansprucht haben, falls La Liga nicht fortgesetzt werden kann.

Verbandsboss Luis Rubiales sieht das nicht als Option: "Der Wettbewerb muss auf dem Platz gewonnen werden. Es wäre unfair, wenn die Saison mit der aktuellen Tabelle beendet wird." In Spanien weisen unter anderem Deportivo Alaves und der FC Valencia hohe Infiziertenzahlen auf. Beide Teams hatten am 6. März noch gegeneinander gespielt.

Auch Frankreichs Ligue 1 wartet auf Besserung

Im französischen Fußball war Hyun-Jun Suk der erste Profi, der sich mit Covid-19 infizierte. Der südkoreanische Mittelstürmer steht beim Zweitligisten ESTAC Troyes unter Vertrag. Schon vor der Bekanntgabe seiner Erkrankung war der Spielbetrieb von Verbandschef Noel Le Graet ausgesetzt worden.

Das öffentliche Leben in der "Grand Nation" ist nach einer verhängten Ausgangssperre fast vollständig zum Stillstand gekommen. „Wir sind im Krieg“, sagte Staatschef Emmanuel Macron im französischen Fernsehen. "Der Feind ist da und er ist unsichtbar. Aber wir werden den Krieg gewinnen." Es sind harte Worte, nach denen es in harten Zeiten verlangt.