Anzeige

Kunstturner Toba fordert Verschiebung von Olympia

19.03.2020 22:14
Andreas Toba richtet sich an das IOC
© Matthias Hangst, getty
Andreas Toba richtet sich an das IOC

Kunstturner Andreas Toba hat sich ausdrücklich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele ausgesprochen.

"Ich habe mir seit der gestrigen Sitzung des IOC mit den Athletenvertretern und der für mich sehr berührenden Rede von Kanzlerin Merkel viele Gedanken gemacht", schrieb der 29-Jährige am Donnerstag bei Instagram: "Nicht zuletzt auch nach den immer deutlicheren Ansagen der Politik ist es mir nun mehr als klar, die Olympischen Spiele müssen verschoben werden."

Toba, Teilnehmer der Sommerspiele in Rio 2016, führte aus, dass sich die Welt angesichts der Corona-Pandemie "in einer der schwersten Krisen" befinde. Die Werte des Sports wie Fairness, Teamgeist und Respekt seien mit Blick auf Tokio (24. Juli bis 9. August) nicht aufrechtzuerhalten. "Zu groß sind die internationalen Unterschiede, was die Trainingsmöglichkeiten anbelangt", schrieb Toba und wies auch auf die ausfallenden Qualifikations-Wettbewerbe hin.

View this post on Instagram

Ich habe mir seit der gestrigen Sitzung des IOC mit den Athletenvertretern und der für mich sehr berührenden Rede von Kanzlerin Merkel viele Gedanken gemacht. Nicht zuletzt auch nach den immer deutlicheren Ansagen der Politik, ist es mir nun mehr als klar, die Olympischen Spiele müssen verschoben werden. Unsere Welt befindet sich in einer der schwersten Krisen, alle Menschen werden aufgefordert zu Hause zu bleiben. Gerade nach meiner schweren Verletzung in Rio war die Teilnahme an den Spielen in Tokio meine tägliche Motivation. Dennoch bin ich nun davon überzeugt, die Olympischen Spiele 2020 können nicht ab Juli stattfinden. Die Werte des Sports wie Fairness, Teamgeist und Respekt können wir in der aktuellen Krise nicht aufrechterhalten. Zu groß sind die internationalen Unterschiede, was die Trainingsmöglichkeiten anbelangt. Von komplettem Verbot, bis zu normalem Trainingsbetrieb, hier ist keine Fairness mehr gegeben. Qualifikationen können nicht stattfinden, Trainingslager fallen aus und der Countdown bis Tokio läuft. Unser soziales Leben steht still - aber das IOC fordert uns auf, zuversichtlich weiter zu trainieren für die Spiele. Wir Athleten und das IOC haben dasselbe Ziel, wir wollen die Spiele unter fairen und sicheren Bedingungen austragen. Liebes IOC, bitte erlöst die weltweite Sportgemeinschaft vom Druck, alles für den Traum zu geben, auch wenn es in der aktuellen Situation unmöglich ist. Verschiebt die Spiele bis zu einem, an dem die Olympischen Werte wieder ausnahmslos gelebt werden können. Ich weiß nur sehr gut was es bedeutet, Rückschläge zu verkraften und wieder positiv nach vorne zu schauen. Jetzt geht es aber um mehr als nur ein Einzelschicksal. Es geht um die Gesundheit der Menschheit. Lasst uns alle zusammen diese schwere Entscheidung mittragen. Wir sind eine starke Gemeinschaft, respektieren wir die Ratschläge der Experten, bleiben wir zu Hause und freuen wir uns auf eine gesunde und erfolgreiche Zukunft. #proolympics2021 #postponeolympics #corona #covid_19 #olympicgames #postpone #olympicdream #stayhome #staysafe #homeoffice #tokyo2020 #ioc #sportverliebt #gymnastics #teamd #wirfuerd #germany #gemeinsamgegencorona #wirbleibenzuhause

A post shared by Toba Andreas (@andy_toba) on

Die Athleten und das Internationale Olympische Komitee hätten das gleiche Ziel, schrieb Toba weiter, Sommerspiele unter fairen und sicheren Bedingungen. Noch einmal formulierte er eindringlich seinen Wunsch: "Liebes IOC, bitte erlöst die weltweite Sportgemeinschaft vom Druck, alles für den Traum zu geben, auch wenn es in der aktuellen Situation unmöglich ist."

Trotz der Coronakrise hält IOC-Präsident Thomas Bach bislang am Zeitplan für Tokio fest, auch die Paralympics (25. August bis 6. September) sollen wie geplant stattfinden.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige