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"Ein absolutes Unding", "Scheinheilig", "Irritierend"

Dicke Luft! DFB lässt Nationalmannschafts-Legenden blechen

18.03.2020 09:28
Die DFB-Legenden werden zur Kasse gebeten
© Peter Schatz via www.imago-images.de
Die DFB-Legenden werden zur Kasse gebeten

Dicke Luft zwischen dem DFB und vielen Nationalmannschafts-Legenden: Wie die "Sport Bild" enthüllt hat, wurden Ex-Spieler wie Andreas Brehme, Jürgen Kohler und Lothar Matthäus unlängst vom Verband angeschrieben und darüber informiert, dass sie für Länderspiele und das Pokalfinale künftig keine kostenlosen Ehrenkarten mehr erhalten.

Hintergrund des von DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius und Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge unterschriebenen Briefs: Eine Betriebsprüfung sowie eine "fachliche Diskussionen mit externen Beratern. Augenmerk lag dabei auf der Risikominimierung für den DFB e.V., um nachhaltig den Status der Gemeinnützigkeit zu sichern", heißt es.

Zwar wurde den Ex-Weltmeistern angeboten, VIP-Karten fortan 30% günstiger erstehen zu können, besänftigt hat diese Offerte aber keinen der Betroffenen.

"Ein absolutes Unding. Es geht mir dabei nicht um Freikarten, sondern für mich ist das eine Frage der Wertschätzung. Das Schreiben kommt mir scheinheilig vor", machte Jürgen Kohler seinem Ärger Luft. Der 54-Jährige weiter: "Die Begründung ist für mich nicht schlüssig. Auch verbilligte Karten sind ein geldwerter Vorteil."

FC-Bayern-Legende Matthäus findet "die Art und Weise irritierend"

Ähnlich wütend war Andi Brehme. "Mein erster Gedanke war, als ich die Mail las: Dann gehe ich gar nicht mehr zu Länderspielen!", polterte der WM-Held von 1990.

Lothar Matthäus äußerte sich zurückhaltender, aber ebenfalls wenig begeistert. "Ich kann den DFB sogar verstehen, gerade vor dem Hintergrund der Ermittlungen rund um die WM 2006. Karten kann sich jeder von uns kaufen, wenn er will, das ist nicht das Problem. Aber die Art und Weise ist irritierend", so der Rekord-Nationalspieler.

Thomas Berthold pflichtete ihm bei: "Wichtig ist es, dass beim DFB nicht zu viele Juristen und Bürokraten das Ruder übernehmen."

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