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Olympia-Quali der Boxer wird vorzeitig abgebrochen

16.03.2020 20:45
Das Olympia-Qualiturnier in London wurde abgebrochen
© AFP/SID/SEYLLOU
Das Olympia-Qualiturnier in London wurde abgebrochen

Nach drei Wettkampftagen ist die weitere Durchführung des Olympia-Qualifikationsturniers der europäischen Boxer in London gestoppt worden. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee als Organisator der Veranstaltung in der britischen Metropole am Montagabend vor der Abendsession mit.

"Die Boxing Task Force hat die Entscheidung angesichts der sich verschärfenden internationalen Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen getroffen. Damit soll den Teilnehmern aus mehr als 60 Ländern die Möglichkeit gegeben werden, nach Hause zurückzukehren", heißt es in der IOC-Mitteilung.

Im deutschen Lager wurde der Beschluss positiv aufgenommen, allerdings als zu spät erachtet. "Eine richtige Entscheidung. Angesichts der Situation hätte man nur überlegen sollen, ob man das Turnier überhaupt startet", sagte Michael Müller, der Geschäftsführer des Deutschen Boxverbandes DBV.

Man habe jetzt "das zusätzliche Problem, die Sportler nach Hause zu bringen, weil viele Flüge nicht mehr stattfinden. Wir haben am Dienstag um zehn Uhr einen Flug. Wenn der abgesagt wird, fahren wir unsere Boxer mit dem Auto nach Hause."

Boxing Task Force für Austragung der Veranstaltungen zuständig

Trotz der Bedenken von Franco Falcinelli, dem Präsidenten des europäischen Amateurbox-Verbandes EUBC, hatte das IOC an der Durchführung des Turniers in der Kontaktsportart festgehalten.

Erst am Sonntagabend wurde entschieden, das Event ab Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortzusetzen. Bis zum 24. März sollten 342 Boxerinnen und Boxer um insgesamt 77 Tickets für die Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) kämpfen.

Auch die für April und Mai vorgesehenen amerikanischen und finalen Welt-Ausscheidungen für Tokio wurden abgesagt. Über den weiteren Zeitplan der Olympia-Qualifikation gab es am Montag noch keine Angaben. Das IOC ist durch seine Boxing Task Force für die Austragung der Veranstaltungen zuständig, nachdem der Weltverband AIBA im vergangenen Jahr suspendiert worden war.

In der ersten Session am Montag hatten Paul Wall und Silvio Schierle die Tickets für Tokio verpasst. Beide waren im Achtelfinale ausgeschieden. Am Montagabend stiegen noch Hamza Touba und Hamsat Shadalov in den Ring.

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