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"Du nimmst den Jungs eine große Geschichte weg"

Nach Horror-Foul: Bobic fordert Milde für Rotsünder Kostic

05.03.2020 09:55
Gewagte Thesen von Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic
© Frey-Pressebild/Deines via www.imago-images.de
Gewagte Thesen von Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic

Eintracht Frankfurt hat durch den 2:0-Erfolg gegen Werder Bremen zum dritten Mal in vier Jahren das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Die ebenso überflüssige wie berechtigte Rote Karte gegen Filip Kostic trübte die Freude bei den Hessen allerdings. Im Anschluss sorgte Sportvorstand Fredi Bobic mit seiner Deutung der Geschehnisse für Irritationen.

Kostic hatte Gegenspieler Ömer Toprak in der Nachspielzeit mit einer üblen Grätsche von hinten verletzt. Zunächst befürchteten die Bremer einen Wadenbeinbruch beim Innenverteidiger, der sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Bei den Untersuchungen wurde anschließend "nur" eine Riss-Quetschwunde festgestellt.

Absicht wollte dem Übeltäter keiner unterstellen. "Das war natürlich keine kluge Aktion", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt, "aber ich will ihn jetzt nicht an die Wand oder in eine Ecke stellen". Kostic' Teamkollege Djibril Sow sprach von einer "dummen Aktion".

Umso mehr überraschte die Interpretation von Bobic, der Kostic auch als Opfer sah. "Das ist das Traurige an dem Spiel", erklärte der 48-Jährige gegenüber "Sky", der sich eine Regeländerung wünscht: "Normalerweise müssen alle Karten nach einem Halbfinale gelöscht werden - ob Gelb oder Rot oder wie auch immer. Du nimmst den Jungs eine große Geschichte weg."

Hintergrund: Kostic dürfte vom DFB für mindestens zwei, eventuell auch drei Pokalspiele gesperrt werden. Das Halbfinale und ein mögliches Endspiel verpasst der Serbe damit sicher.

Bobics Rechtfertigung: "Er wollte ihn eigentlich weggrätschen, mit dem Ball natürlich. Der Fuß war dazwischen, dann passiert so etwas. Das ist das Brutale am Fußball. Solche Dinge passieren. Es war nicht gewollt."

Die Forderung nach Milde dürfte derweil auf taube Ohren stoßen, zu eindeutig war das Vergehen des Frankfurter Flügelflitzers, der bei der SGE in der laufenden Saison zu den konstantesten Akteuren zählte. Im DFB-Pokal muss Kostic nun aber erstmal zuschauen.

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