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Umstrittener Handelfmeter ebnet den Weg

SGE löst Halbfinal-Ticket und verschärft Bremens Krise

04.03.2020 22:53
Eintracht Frankfurt setzte sich gegen Werder Bremen durch
© Jan Huebner/Herkert via www.imago-images.de
Eintracht Frankfurt setzte sich gegen Werder Bremen durch

Werder Bremen kann sich nach einer unglücklichen Niederlage im "Streit-Duell" des DFB-Pokals voll und ganz auf den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga konzentrieren.

Bei den Pokalexperten von Eintracht Frankfurt verlor der sechsmalige Cup-Sieger das Viertelfinale auch wegen eines Handelfmeters nach Videobeweis mit 0:2 (0:1) - und muss nun alle Hebel in Bewegung setzen, um den Negativtrend in der Liga zu stoppen.

"Es fällt sehr schwer, diese Niederlage zu akzeptieren", sagte Bremens Davie Selke bei "Sky": "Wir haben eine Topleistung gezeigt, uns Chancen herausgespielt und hätten mehr erreichen können."

Die Eintracht steht dagegen zum dritten Mal in den vergangenen vier Anläufen im Halbfinale. André Silva (45.+6) verwandelte den regelkonformen Strafstoß, den Schiedsrichter Felix Zwayer aber erst nach extrem ausführlicher Ansicht der Videobilder gegeben hatte. Zudem traf Daichi Kamada (60.).

Augustinsson ist "kein Fan vom VAR"

"Ich gehe in ein Kopfball-Duell, er ist größer. Ich bin sehr enttäuscht mit dieser Situation. Ich bin kein Fan vom VAR", sagte Augustinsson in der "ARD" und Mitspieler Kevin Voigt ergänzte: Wenn man klar nach dem Regelwerk geht, kann man sagen: Das ist ein Elfmeter. Mich persönlich langweilt das Thema. Ich bin es leid. Es sind soviele Emotionen, die kaputt gehen. Ich bin kein Freund dieser Regel."

Frankfurts Filip Kostic sah in der Nachspielzeit die Rote Karte wegen groben Foulspiels (90.+1). Die Eintracht beendete eine Partie zu zehnt, die in dieser Konstellation eigentlich schon am Sonntag in der Bundesliga hätte stattfinden sollen.

Weil aber die Eintracht zuvor am Freitag noch ihr Europa-League-Spiel bei RB Salzburg bestritten hatte, sagte die Deutsche Fußball Liga das Spiel wegen der zu geringen Erholungszeit ab. Dadurch sahen sich die Bremer um einen Vorteil gebracht, die Frankfurter appellierten wiederum an deren Empathie - bis kurz vor dem Anpfiff am Mittwoch vor 51.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion flogen die Spitzen (auch zwischen den Trainern) hin und her.

Als der Ball endlich rollte, ergriffen die heimstarken Gastgeber relativ schnell die Initiative. Die Eintracht trat im 41. Pflichtspiel der Saison äußert körperbetont auf, was den Bremern gar nicht schmeckte und sie auch zu beeindrucken schien. Gleichzeitig war das Spiel der Gäste mit dem Ball arg fehlerbehaftet und limitiert.

Auch deshalb besaß Silva (11.) die erste Chance des Spiels. Der formstarke Portugiese wurde jedoch im letzten Moment an seinem Abschluss gehindert, nachdem zuvor Bremens Abwehrspieler Kevin Vogt den Ball unglücklich verstolpert hatte. Dass die Norddeutschen nach etwa 30 Minuten zudem immer passiver wurden, ließ Werder-Coach Florian Kohfeldt an der Seitenlinie gehörig wütend werden.

Selke scheitert an Trapp

Seine gestenreichen und lautstarken Anweisungen brachten auch tatsächlich leichte Verbesserungen mit sich. Zwar hätte Eintrachts Martin Hinteregger (33.) beinahe die Führung erzielt, auf der anderen Seite vergab Davie Selke (35.) in glänzender Position aber die mit Abstand beste Chance der ersten Halbzeit. Bremen agierte nun selbstbewusster - und hatte in der Nachspielzeit dann doch großes Pech.

Wütende Angriffe zeigten die Gäste, die in der Liga zuletzt fünfmal nacheinander verloren hatten und am Samstag zum wegweisenden Gastspiel bei Hertha BSC antreten, zu Beginn des zweiten Durchgangs allerdings nicht. Das nutzte Kamada, der für gewöhnlich nur in der Europa League trifft, zum zweiten Tor.

Gefühlt waren die Frankfurter danach dem dritten Treffer näher als die Gäste dem Anschluss, Kamada verpasste die Vorentscheidung (72.) aber um wenige Schritte.

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