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Ein Viertligist stand noch nie im Pokal-Halbfinale

Saarbrücken will Pokalgeschichte schreiben

02.03.2020 12:05
Daniel Batz (r.) und der 1. FC Saarbrücken können Geschichte schreiben
© Peter Franz /Eibner-Pressefoto via www.imago-image
Daniel Batz (r.) und der 1. FC Saarbrücken können Geschichte schreiben

Der 1. FC Saarbrücken will Geschichte schreiben. Noch nie stand ein Viertligist im Halbfinale des DFB-Pokals. Wer live dabei sein will, wenn möglicherweise Pokal-Geschichte geschrieben wird, muss allerdings ganz tief in die Tasche greifen.

Die Preise für die allerletzten der insgesamt nur 6800 Tickets für das Viertelfinalspiel des 1. FC Saarbrücken gegen Fortuna Düsseldorf am Dienstag im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen sind ins Astronomische gestiegen.

Bis zu 1189 Euro sollen Fans für eine Karte zahlen, aktuell beginnt die Preisspirale bei 593 Euro für die günstigsten Tickets - der Klub hatte seinen Fans die Eintrittskarten für Preise zwischen 10 und 40 Euro angeboten. Was die Zuschauer lockt, ist die Aussicht auf eine beispiellose Sensation: Noch nie in der 85-jährigen Historie des DFB-Pokals hat ein Viertligist die Vorschlussrunde erreicht.

"Nichts dagegen, wenn wir es in 90 Minuten schaffen"

Und nach Siegen gegen den Bundesligisten 1. FC Köln sowie die beiden Zweitligisten Jahn Regensburg und Karlsruher SC sehen die Saarländer auch den abstiegsbedrohten Erstligisten nicht als unüberwindbare Hürde an. "Im Hinblick auf die Liga hätte ich nichts dagegen, wenn wir es in 90 Minuten schaffen würden", sagte Saarbrückens Torhüter Daniel Batz im "kicker"-Interview selbstbewusst.

Finanziell ist der Tabellenführer der Regionalliga Südwest schon jetzt ein Gewinner. Knapp 2,6 Millionen kassierte der einstige Erstligist für den Sprung in die Runde der letzten Acht. Im Falle der Qualifikation für das Halbfinale würde diese Summe auf annähernd 5,4 Millionen Euro steigen. Zahlen, von denen 1957, 1958 und 1985 nur geräumt werden konnte, als der FCS sogar nur noch einen Sieg von der Finalteilnahme entfernt war.

Damals spielten die Saarländer noch in höheren Gefilden, für zwei andere Viertligisten endeten einst Pokalmärchen im Viertelfinale: 2001 verlor der 1. FC Magdeburg gegen Schalke 04 mit 0:1, elf Jahre später musste sich Holstein Kiel Borussia Dortmund mit 0:4 geschlagen geben.

Beide Teams legen den Fokus auf den Liga-Alltag

Dabei hat der Pokalknüller für die Saarbrückener, die mit sechs Punkten Vorsprung vor Verfolger SV Elversberg auf direktem Weg in die Drittklassigkeit sind, nicht einmal absolute Priorität. Keeper Batz: "Wenn wir am Ende nicht aufsteigen, bringt uns diese Pokalreise nur etwas für die Annalen."

Ganz ähnlich ticken die Gäste, deren Hauptaugenmerk auf dem Bundesliga-Klassenerhalt liegt. Für Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler ist der Pokalfight ein guter Anlass, das unglückliche 3:3 (3:0) gegen Hertha BSC rasch aus den Köpfen zu bekommen. "Wenn man ein Spiel so beendet hat wie wir, ist es heilsam, dass das nächste Spiel so schnell wie möglich kommt", sagte der Coach.

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