Anzeige

Machulla kritisiert Trainerentlassungen in der HBL

26.02.2020 17:30
Maik Machulla kritisiert die vielen Trainerentlassungen
© PIXATHLON/PIXATHLON/SID/
Maik Machulla kritisiert die vielen Trainerentlassungen

Erst Christian Prokop und Kai Wandschneider, nun Kristjan Andresson und Heiko Grimm: Die jüngsten Trainerentlassungen im deutschen Handball sorgen für ein Grummeln in der Szene.

Flensburgs Meistercoach Maik Machulla warnt angesichts des sich immer schneller drehenden Trainer-Karussells davor, dass "die Dinge Züge wie im Fußball annehmen".

"Wir müssen alle cooler werden", sagte der 43-Jährige der dänisch-deutschen Tageszeitung Flensborg-Avis angesichts der jüngsten Ereignisse beim Deutschen Handballbund (DHB) und in der Bundesliga (HBL). Was mit der für viele überraschenden Freistellung von Bundestrainer Prokop am 6. Februar begann, erreichte keine drei Wochen später mit dem unehrenhaften Rauswurf von Heiko Grimm bei der MT Melsungen am Dienstag einen neuen Höhepunkt.

Ex-Nationalspieler Grimm war vier Tage vor der tatsächlichen Demission schon per Ultimatum mit Trennung gedroht worden. Am Mittwoch verpflichtete Melsungen den erfahrenen Isländer Gudmundur Gudmundsson zunächst bis Saisonende als Nachfolger von Grimm.

"Ich glaube nicht, dass es ein öffentliches Ultimatum für einen Trainer benötigt", sagte Machulla. Die nicht minder skurrile Nachricht des bevorstehenden Abgangs von Liga-Urgestein Kai Wandschneider, der 2021 bei der HSG Wetzlar gehen muss, kommentierte der Meistertrainer der letzten zwei Spielzeiten nicht.

Stattdessen warb Machulla um Geduld vor allem mit neuen Trainern wie beispielsweise Andresson, der bei den Rhein-Neckar Löwen erst zu Saisonbeginn die Nachfolge von Nikolaj Jacobsen angetreten hatte und am Samstag entlassen wurde. "Er war neu, kannte weder die Liga noch die Sprache", sagte Machulla: "Man darf vor allem das mit der Liga nicht unterschätzen, und daher gilt wie für einen Spieler, dass auch ein Trainer ein Jahr Zeit benötigt, um richtig anzukommen."

HBL bemüht sich um Deeskalation

Die HBL-Spitze ist in dieser unruhigen Zeit um Deeskalation bemüht. In den letzten Tagen und Wochen sei im Handball tatsächlich einiges passiert, sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann, das habe sicherlich auch etwas mit dem gesteigerten Erwartungsdruck zu tun - von den Klubführungen, aber auch von der Öffentlichkeit.

"Ich sehe darin aber kein Problem des Handballs. Bei uns herrschen die gleichen Gesetze wie im Fußball", so Bohmann: "Trainer sind nun mal in erster Linie dem Erfolg verpflichtet, sie tragen die Gesamtverantwortung für den sportlichen Erfolg und bekommen dafür gutes Geld."

Der Liga-Boss betonte, sich nicht in Personalentscheidungen der Klubs einmischen zu wollen. Er gibt Machulla aber insofern Recht, dass man "in dem ein oder anderen Fall vielleicht geduldiger" hätte sein können: "Aber die Klubs treffen solche Entscheidungen mit Sicherheit nicht leichtfertig. Denn, und das darf nicht vergessen werden, eine Entlassung kostet vor allem Geld."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige