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"Vielleicht ist jetzt der Knoten geplatzt"

Europa-Held Kamada will endlich in der Bundesliga treffen

21.02.2020 13:16
Held des Abends bei Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada
© via www.imago-images.de
Held des Abends bei Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada

Daichi Kamada hat mit seinem Dreierpack das Tor zum Achtelfinale für Eintracht Frankfurt weit aufgerissen. Seine Mitspieler gerieten ins Schwärmen.

Ganz leger stand Matchwinner Kamada in Badelatschen in den Katakomben, den ergatterten Spielball hielt der Japaner nach seiner Gala als Souvenir stolz in der Hand.

Kamada wirkte dabei überraschend schüchtern - er hatte Eintracht Frankfurt mit seinen Treffern vier, fünf und sechs beim hochverdienten 4:1 (2:0) gegen den FC Salzburg immerhin eine magische Europa-League-Nacht geschenkt. Der Vorjahres-Halbfinalist träumt dank Kamada vom Achtelfinale.

Doch auf große Worte und emotionale Gesten verzichtete der 23-Jährige nach dem Hinspiel. Das Reden übernahmen die Mitspieler, die aus dem Schwärmen von ihrem "geilen Kicker" (Stefan Ilsanker) nicht mehr herauskamen.

"Er war überragend, ich freue mich für ihn. Er hat viel Selbstvertrauen gesammelt", sagte Makoto Hasebe über seinen Landsmann, der sich auf der großen europäischen Bühne sichtlich wohlfühlt.

Kamada wartet noch immer auf seinen ersten Bundesligatreffer

Bereits in der Gruppenphase war Kamada durch seine drei Treffer in den letzten beiden Partien maßgeblich am knappen Weiterkommmen der Eintracht beteiligt gewesen.

"Die ersten beiden Tore waren überragend, das dritte vielleicht ein bisschen glücklich", lobte Hasebe nun die neuerliche Gala.

Den positiven Worten konnte sich Sebastian Rode nur anschließen. "Potenzial hat er auf jeden Fall, technisch ist er sehr, sehr gut", sagte der 29-Jährige, der zusammen mit Djibril Sow gut vor Abräumer Hasebe harmonierte.

Bei den Abschlussqualitäten habe es bei Kamada bislang ja oft ein bisschen gehapert, aber "vielleicht ist jetzt der Knoten geplatzt. Ansonsten müssen wir immer donnerstags spielen, wenn er nur donnerstags trifft", scherzte Rode über den Japaner, der noch immer auf den ersten Bundesligatreffer wartet.

Eintracht-Coach Hütter wird "warm ums Herz"

Dass Kamada so auftrumpfen konnte, hatte er vor allem Adi Hütter zu verdanken. Der SGE-Trainer, der beim Wiedersehen mit dem Ex-Klub "wieder eine tolle Europacupnacht" erlebte, hatte Kamada schließlich zum ersten Mal in diesem Jahr in die Startelf berufen.

"Es war ein in dieser Höhe absolut verdienter Sieg. Ich habe eine Mannschaftsleistung gesehen, bei der mir warm ums Herz wird", schwärmte Hütter, für dessen Team neben Kamada (12./43./53.) auch noch Filip Kostic (56.) traf.

Neben Matchwinner Kamada empfahl sich auch Routinier Hasebe wieder für weitere Einsatzzeiten. Hasebe hatte seit dem Jahreswechsel nur 150 Minuten auf dem Platz gestanden, glänzte nun in seiner Rolle als Bindeglied vor der Viererkette aber wieder wie zu besten Zeiten.

Mit dem starken Auftritt rehabilitierten sich die Hessen für das erschreckend schwache Spiel bei Borussia Dortmund (0:4) in der vergangenen Woche. Am Montag gegen Union Berlin wollen die Frankfurter an die überzeugende Vorstellung anknüpfen.

"Die Jungs sind an die Leistungsgrenze gegangen und das müssen wir auch in jedem Bundesliga-Spiel zeigen. Die Partie gegen Berlin ist sehr wichtig für uns, weil wir uns mit den nächsten beiden Spielen von hinten ein wenig absetzen können", betonte Hütter.

Vielleicht trägt Kamada dann auch wieder seinen Teil dazu bei - heiß ist er jedenfalls darauf: "Jetzt muss ich noch ein Bundesliga-Tor schießen."

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