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Nur achte Kraft am ersten Testtag

Ferrari mit "neuer Herangehensweise" in Barcelona

19.02.2020 21:38
Für Ferrari waren die Zeiten am ersten Testtag in Barcelona zweitrangig
© Matthias Oesterle via www.imago-images.de
Für Ferrari waren die Zeiten am ersten Testtag in Barcelona zweitrangig

Was für ein Unterschied ein Jahr machen kann: Nachdem vor zwölf Monaten Sebastian Vettel und Charles Leclerc wie die haushohen Favoriten auf den WM-Titel ausgesehen haben, ist das Bild in diesem Jahr völlig anders. Charles Leclerc landete am Auftakttag der Testfahrten in Barcelona nur auf Rang elf.

Sieben andere Fahrzeuge waren schneller, selbst Williams. Nur Alfa Romeo und Haas landeten noch hinter dem Monegassen, der für den kranken Sebastian Vettel eingesprungen war. Leclerc fuhr 132 unspektakuläre Runden. So unspektakulär, dass Toto Wolff sich bereits auf Red Bull konzentriert.

Er beruhigt die unruhige italienische Presse: "Wir haben unsere Herangehensweise im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas geändert. Vergangenes Jahr waren wir bei den Testfahrten super, im ersten Rennen aber nicht. Daraus haben wir ein wenig gelernt."

Performance zweitrangig

Wie sich das manifestiert? "Wir werden uns dieses Jahr mehr auf uns selbst konzentrieren. Erstmal werden wir versuchen, an den ersten Tagen so viel wie möglich über das Auto zu lernen. Später konzentrieren wir uns dann auf die Performance. Wir werden sehen, ob sich das auszahlt."

So sei es am ersten Tag vor allem darum gegangen, die Daten aus den Simulationen und dem Windkanal mit denen aus der realen Welt zu korrelieren. "Wir sind mit dem Auto noch nicht ans Limit gegangen, ich mit mir selbst aber schon. schließlich will ich das Auto ja kennenlernen." Er wurde um 6:45 Uhr morgens angerufen, dass er den Test fahren muss, weil sich Sebastian Vettel unwohl fühlte.

Nachdem der Vorgänger des SF1000 zu wenige Abtrieb hatte, wollte Ferrari natürlich in diesem Bereich nachlegen. Ob das gelungen ist? Leclerc will sich nicht festlegen: "Das ist momentan schwer zu beurteilen. Natürlich fühlte es sich in den Kurven schnell an, aber es ist immer schwierig, zwei verschiedene Jahre miteinander zu vergleichen."

Papier und Stift hilft der Erinnerung

Mit zum "neuen Approach" bei Ferrari scheint auch eine Rückbesinnung auf alte Technik zu sein. Wurde in den Vorjahren beim Feedback nach den Stints vermehrt mit Tablet-PCs gearbeitet, rüstete der 22-Jährige nun auf Stift und Papier zurück. Daran lässt er auch die Öffentlichkeit teilhaben. In den sozialen Medien zeigt er stolz seine Notizen.

"Ich bin zurück auf das alte Zeug gegangen, weil ich mich in der Vergangenheit sonst in meinen Notizen verirrt habe. Ich komme nach 150 Runden ins Briefing, da kann das verwirrend sein. Jetzt bin ich wieder beim Notizblock und Stift."

"Ich bin das so gewohnt. Wenn ich alles [persönlich] aufschreibe, dann hilft es mir, mich zu erinnern, und beim Briefing am Abend präziser zu sein."

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