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Pfannenstiel-Rücktritt stürzt Fortuna ins Chaos

19.02.2020 14:11
Lutz Pfannenstiel stellte Fortuna Düsseldorf vor vollendete Tatsachen
© nordphoto / Meuter via www.imago-images.de
Lutz Pfannenstiel stellte Fortuna Düsseldorf vor vollendete Tatsachen

Fortuna Düsseldorf kommt nicht zur Ruhe. Mitten im Abstiegskampf verkündet der Klub den Abschied von Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zum Saisonende - erst vor drei Wochen hatte der umstrittene Bayer den bei den Fans populären Trainer Friedhelm Funkel entlassen.

Auch die letzte große Entscheidung Lutz Pfannenstiels sorgte nicht für Ruhe bei Fortuna Düsseldorf, im Gegenteil. Ende Januar schickte der Sportvorstand den äußerst beliebten Trainer Friedhelm Funkel fort, doch ziemlich genau drei Wochen später steckt der Klub noch immer im Abstiegskampf - und nun hat auch Pfannenstiel selbst keine Zukunft mehr beim Traditionsverein.

"Ausschließlich private Gründe" seien es, ließ der Bayer mitteilen, "die es mir nicht möglich machen, meinen Vertrag bei der Fortuna über diese Saison hinaus zu erfüllen." Erst "in ein paar Tagen" werde er sich womöglich ausführlicher äußern. Es scheint aber nicht völlig abwegig, dass er letztlich über die Personalie Funkel stolperte, auch über die Art und Weise der Entlassung.

Pfannenstiel hatte ohnehin einen schweren Stand bei den Fortuna-Fans, die persönlichen Anfeindungen gegen den früheren Torhüter im Internet hatten zuletzt noch zugenommen, und sogar seine Frau musste solche Dinge ertragen. Laut Medienberichten gehören diese unverhältnismäßigen Reaktionen zu den von Pfannenstiel angeführten privaten Gründen.

Zum 31. Mai soll nun das Arbeitsverhältnis enden, der ursprüngliche Vertrag lief noch bis Sommer 2021. Pfannenstiels Nachfolger ab 1. Juni soll Uwe Klein werden, derzeitiger Direktor Scouting und Kaderplanung.

Kam Pfannenstiel einem Rausschmiss zuvor?

Allerdings stellt sich die Frage nach Pfannenstiels Aufgabenfeld bis zum Sommer: Die Zusammenstellung der Mannschaft sollte eher nicht ein Mann übernehmen, der mit dieser Mannschaft nicht mehr arbeiten wird. Zumal die Aufgabe anspruchsvoll ist, der künftige Fortuna-Kader muss im Abstiegskampf zweigleisig geplant werden - für die erste und zweite Bundesliga.

Ohnehin hatte Pfannenstiels Ruf bei der Suche nach Verstärkungen in seiner 15-monatigen Amtszeit gelitten. Tabellenplatz 16 ist auch Ergebnis und Zeugnis seiner Arbeit. Nach der Entlassung Funkels, mit dem der Bayer nicht harmonierte, wurde es unter dem neuen Trainer Uwe Rösler nicht besser.

Guten bis ordentlichen Verpflichtungen wie Erik Thommy und Markus Suttner stehen die teuren Transfers der Stürmer Nana Ampomah und Dawid Kownacki gegenüber. Vor allem der Pole wurde zum Sinnbild: Mit fast acht Millionen Euro Ablöse ist er der teuerste Zugang der Fortuna-Geschichte, an einem Tor war er die einstige Leihgabe seit der Fest-Verpflichtung nicht beteiligt.

Gut möglich also, dass Pfannenstiel mit seiner Bitte um Vertragsauflösung einer Entlassung im Sommer zuvorgekommen ist. Für die "Rheinische Post" etwa ist der Rückzug des Sportvorstand das "Eingeständnis des Scheiterns eines Mannes, der seiner Aufgabe nicht gewachsen ist".

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