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Youngster sorgt für weitere Bestmarken

BVB bezwingt PSG dank Haalands Rekord-Show

18.02.2020 22:51
Erling Haaland traf doppelt für den BVB
© UWE KRAFT via www.imago-images.de
Erling Haaland traf doppelt für den BVB

Die eiskalte Tormaschine Erling Haaland hat das Wiedersehen mit Thomas Tuchel für Borussia Dortmund zum Festtag gemacht. Der Norweger führte einen mutigen und leidenschaftlichen BVB im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain mit zwei Toren zum stürmisch bejubelten 2:1-Sieg. Ganz nebenher stellte der Norweger weitere Rekorde auf.

Elf Tore in den ersten sieben Pflichtspielen erzielte seit Gründung der Fußball-Bundesliga 1963 kein Spieler für einen Klub aus dem deutschen Oberhaus, der 19-Jährige ist zudem der erste BVB-Akteur, der in seiner ersten Bundesliga-, DFB-Pokal- und Champions-League-Partie für die Westfalen traf und zehn Treffer in den ersten sieben Auftritten in der Königsklasse bedeuten ebenfalls einen neuen Bestwert.

Haalands erstes Tor (69.) war eine Erlösung für den BVB, der den französischen Meister zwar immer wieder in Bedrängnis brachte, aber lange die Effizienz vermissen ließ. Neymar (76.) riss die 66.099 Zuschauer im ausverkauften Stadion nur kurz aus der Partystimmung - denn erneut traf Haaland (78.). Die zuletzt so heftig kritisierte BVB-Abwehr stand gegen Neymar und Kylian Mbappé bis auf wenige Ausnahmen exzellent.

Can lobt und warnt den BVB

"Das sind die Momente, für die man Fußball spielt. Ich habe es sehr genossen", kommentierte Haaland nach Abpfiff am "DAZN"-Mikrofon seinen abermaligen Gala-Auftritt. Am Ziel sieht der Dortmunder Sensationseinkauf sein Team und sich noch längst nicht: "Wir wollen weiterkommen, aber wir müssen uns noch weiter steigern."

Sein Teamkollege Emre Can warnte ebenfalls vor verfrühter Euphorie: "Das war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns. Aber es ist erst Halbzeit", sagte der Nationalspieler.

Tuchel hatte sich mit charmanten Aussagen an die Fans auf der Südtribüne gewandt. Die Stimmung dort sei "in Worten nicht zu beschreiben", sagte der deutsche Trainer, der sich nach zwei sportlich erfolgreichen Jahren beim BVB von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke entzweit hatte. Auslöser des öffentlich ausgetragenen Streits war die Frage des Umgangs mit dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus im April 2017. Tuchels Empfang fiel freundlich-neutral aus.

BVB beschenkt seine Fans bereits vor dem Anpfiff

Der BVB beschenkte seine Fans noch vor dem Anpfiff. Emre Can, zunächst von Juventus Turin ausgeliehener Nationalspieler, wird ab dem Sommer für 25 Millionen Euro fest verpflichtet. Er stand in der Startelf auf dem Platz, die am Freitag Eintracht Frankfurt überzeugend 4:0 besiegt hatte. Tuchel setzte im 3-4-3 auf seine Weltklasse-Sturmreihe aus Neymar, Mbappé und Ángel Di María. Die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer saßen auf der Bank.

Beide Mannschaften bewiesen zwar, wie hoch veranlagt sie im Offensivspiel sind. Neymars Freistoß (10.) war die erste Torchance, beim BVB lauerten Sancho und Haaland in den Schnittstellen auf steile Pässe nach Ballgewinnen. Zudem streuten die Dortmunder Pressingphasen ein. Das erhoffte Spektakel jedoch blieb zunächst aus - die Abwehrreihen waren aufmerksam, alles knubbelte sich im Mittelfeld.

Die Dortmunder waren beim Spiel in die Spitze allerdings gefährlicher, dementsprechend tobte Tuchel an der Seitenlinie. Sancho (27.) hätte Torhüter Keylor Navas beinahe mit einem Schuss durch die Beine seines Gegenspielers überrascht, Haaland scheiterte am Außennetz (35.). Auf der anderen Seite blieben Neymars Vorstöße vor der Pause Ansätze, Mbappé war lange kaum zu sehen - auch weil Can und Axel Witsel in der BVB-Zentrale auftrumpften.

Die Taktik von BVB-Coach Lucien Favre ging also auf. Der BVB verteidigte im Kollektiv und suchte blitzschnell den Weg zum gegnerischen Tor, nur die Genauigkeit fehlte noch. PSG geriet in Bedrängnis - befreite es sich, setzten die Stars vorne zu sehr auf brotlose Kunst.

Nach der Halbzeitpause ging der BVB noch aggressiver drauf und erhöhte in der Hoffnung auf eine bessere Ausgangsposition den Druck. Immer wieder aber fehlten gegen einen fahrigen und lange erstaunlich harmlosen Gegner die entscheidenden Zentimeter - oder auch einfach mal Glück. PSG schien hingegen mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, jedenfalls bemühten sich die Franzosen weiter nicht ernsthaft um Offensive. Eine Großchance von Mbappe, der an BVB-Torwart Roman Bürki scheiterte (66.), war das erste Pariser Aufflammen seit der 10. Minute.

Der BVB antwortete mit dem 1:0, und plötzlich explodierte das Spiel förmlich, weil endlich auch Paris aufmachen musste. Nach dem 2:1 traf Neymar noch einmal den Pfosten (81.).

Im Rückspiel am 11. März im Prinzenpark reicht den Dortmundern somit jedes Unentschieden zum Einzug in die Runde der besten Acht.

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