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Nach Corona-Absage

Imola als möglicher Ersatz für China-Grand-Prix

18.02.2020 13:30
Uberto Selvatico Estense träumt von einem Formel-1-Comeback in Imola
© imago sportfotodienst
Uberto Selvatico Estense träumt von einem Formel-1-Comeback in Imola

Gibt es in unmittelbarer Zukunft wieder einen Großen Preis von San Marino?

Die Organisatoren in Imola haben sich in Stellung gebracht, um als Ersatz für das vorerst verschobene Rennen von China am 19. April zu fungieren. "Es wäre zwar schwierig, aber die Strecke ist bereit", sagt Imolas Geschäftsführer Uberto Selvatico Estense gegenüber "Motorsport-Total.com".

Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari war 1980 erstmals Austragungsort für die Formel 1 und ein Jahr später als Großer Preis von San Marino neben Monza das zweite Formel-1-Rennen in Italien im Kalender. Bis 2006 gastierte die Königsklasse in Imola, seitdem wartet man auf eine Rückkehr der Meisterschaft.

Nun wittert man aufgrund des ausgefallenen China-Rennens seine Chance: "Wir könnten es schnell hinbekommen, einen Grand Prix auszutragen - wie in der Vergangenheit", betont Estense. "Wir wären zwar natürlich nicht auf unserem besten Niveau, aber wenn es notwendig ist, würden wir es machen."

Rein organisatorisch wäre eine Austragung kein Problem: Imola besitzt die notwendige Homologation für Formel-1-Rennen und auch ausreichende Boxengebäude. "Nur bei der Hospitality fehlt etwas, aber das könnten wir schnell organisieren, wenn es notwendig ist", verspricht der Streckenchef.

Ein Problem könnten jedoch wirtschaftliche Hindernisse sein. Aufgrund der geringen Vorbereitungszeit und daher fehlender Ticketverkaufzeit wäre Imola nicht in der Lage, die für Europa üblichen Antrittsgelder an Liberty Media zu bezahlen. Die Promoter müssten daher auf eine Menge Geld verzichten - fraglich, ob die Amerikaner dazu bereit wären.

Traum von der "Mission Impossible"

Doch in Imola betont man, dass so etwas schon einmal geklappt habe: 2011 sprang man in der GP2-Asia-Serie als Ersatz für die durch politische Unruhen abgesagten Bahrain-Events ein. "Schlussendlich haben wir ein Abkommen getroffen und es war möglich", so Estense.

Grünes Licht vom Italienischen Motorsportverband habe man sich schon eingeholt, zudem verspricht sich die Strecke Unterstützung aus der Politik durch den neuen Präsidenten der Region Reggio Emilia, Giorgio Zanni. Sollte das Rennen zustande kommen, dürfte man auch wieder den Namen Großer Preis von San Marino verwenden, obwohl der Staat fast 100 Kilometer von der Strecke entfernt ist.

Allerdings ist den Verantwortlichen auch bewusst, dass der Plan einer "Mission Impossible" gleicht. "Aber warum nicht? Alles ist möglich, wenn Liberty es möchte", betont Estense. "Ich bin ein Träumer. Ich habe immer davon geträumt, dass diese Möglichkeit kommen würde. Aber es ist sehr schwierig, das stimmt."

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