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Zwei Optionen für den Mercedes-Piloten?

Rosberg spekuliert über Hamilton-Rücktritt

18.02.2020 08:42
Lewis Hamilton entscheidet in diesem Jahr über seine Zukunft
© MST
Lewis Hamilton entscheidet in diesem Jahr über seine Zukunft

"Lewis sitzt vielleicht in einem Jahr auf einem Schneemobil zu Hause in Colorado", kommentiert Nico Rosberg die Zukunft seines ehemals ärgsten Rivalen. Was wird Lewis Hamilton nach 2020 machen?

Der Mercedes-Vertrag des Briten läuft Ende des Jahres aus, noch hat er nirgendwo einen neuen unterschrieben. In der Königsklasse habe der 35-Jährige nur zwei Optionen, glaubt der Deutsche.

"Bei Mercedes oder Ferrari. Das sind wohl die Optionen", ergänzt Rosberg im Interview bei "RTL". Bei den Silberpfeilen hat noch kein Pilot für die Zeit nach 2020 unterschrieben.

Zuletzt erklärte Teamchef Toto Wolff, dass Hamilton in seiner Position mit seinen Erfolgen immer aus mehreren Optionen aussuchen könne. Nachsatz: "Genauso wie wir als Team mit einem konkurrenzfähigen Auto mehrere Optionen haben." Beide Parteien würden die Situation evaluieren.

Hängt die Rücktrittsentscheidung von 2020 ab?

In den Vorjahren seien die Verhandlungen sehr "harmonisch" abgelaufen - der beste Fahrer wollte schließlich im besten Team fahren. In der Winterpause kamen jedoch Gerüchte auf, wonach Hamilton ein stattliches Salär fordere. Das wies er wenig später zurück - die Verhandlungen hätten schließlich noch gar nicht begonnen.

Wolff betont indes, dass der Brite jeden Cent wert sei und seine Millionengage als sechsfacher Weltmeister verdiene. "Realität ist: Das Geld war in der Vergangenheit nie der Knackpunkt", so der Mercedes-Teamchef. Viel eher ging es um Freizeit, damit er auch noch andere Projekte verfolgen konnte.

Die zweite Option sei, so Rosberg, Ferrari. Mit den Roten hat Hamilton bereits Ende des Vorjahres geflirtet. Das Treffen mit Ferrari-Präsident John Elkann könnte man allerdings auch als taktisches Manöver interpretieren, um seine Verhandlungsposition gegenüber Mercedes zu verbessern.

Und was sagt die Scuderia dazu? Teamchef Mattia Binotto hielt am Rande der SF1000-Präsentation fest, dass Sebastian Vettel auch für kommendes Jahr "im Moment die erste Wahl" sei. Auch der Vertrag des Deutschen läuft Ende des Jahres aus, Charles Leclerc hat im Winter bis 2024 verlängert.

Rosberg: Dann verliert Hamilton die Lust

Ferrari ziehe Hamilton derzeit "nicht in Betracht", ergänzt der Italiener. Welche Optionen bleiben Hamilton also für 2021 sonst noch? Etwa der Ruhestand im Alter von 36 Jahren? "Irgendwann will man da vielleicht Familie haben oder andere Interessen verfolgen", kann sich Rosberg vorstellen.

"Ich denke, seine Entscheidung hängt auch davon ab, wie sein Auto dieses Jahr laufen wird. Wenn man viel gewinnt und in Rennen dominieren kann, dann macht das viel Spaß. Wenn andere das Rennen dominieren und es nicht so gut läuft, verliert man, denke ich, eher die Lust."

Hamilton und Schumacher "Wahnsinnsfahrer"

Bevor die Zukunftsfrage jedoch akut wird, kann sich Hamilton einmal mehr in die Geschichtsbücher eintragen. "Klar!", traut Rosberg ihm den siebten WM-Titel zu. "Dieses Jahr kann Lewis der Größte aller Zeiten werden. Wer hätte gedacht, dass irgendjemand mal an Schuhmachers Rekorde heranreichen kann?"

Der Weltmeister von 2016 ist fasziniert, es sei schier "Wahnsinn", dass Hamilton überhaupt in der Lage ist, Michael Schumachers Rekorde zu egalisieren. Der Wiesbadener ist gegen beide Größen im selben Team angetreten und hat daher die besten Vergleichswerte.

"Ich kann aber nicht den einen über den anderen erheben. Michael ist der akribischste Arbeiter. Die Leidenschaft für den Sport stellt ihn heraus", porträtiert er den Rekordchampion. Und was zeichnet Hamilton aus? "Lewis dagegen ist eher das instinktive Naturtalent. Beide sind einfach Wahnsinnsfahrer."

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