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Sieg als Erlösung: Thurams Leichtigkeit ist zurück

16.02.2020 11:46
Marcus Thuram feierte nach dem Sieg mit dem Trikot von Lars Stindl
© Norbert SCHMIDT via www.imago-images.de
Marcus Thuram feierte nach dem Sieg mit dem Trikot von Lars Stindl

Der Sieg im Niederrhein-Duell verbreitete bei Borussia Mönchengladbach Optimismus. Marcus Thuram fand zurück zu alter Stärke.

Marcus Thurams Eckfahnen-Tanz vor der bebenden Gladbacher Kurve rief Erinnerungen hervor. Im September hatte der Franzose nach einem Doppelpack gegen Fortuna Düsseldorf sein typisches Siegesritual uraufgeführt, nun glänzte er als zweifacher Vorlagengeber erneut im Niederrhein-Duell. Prompt stülpte er das Trikot von Matchwinner Lars Stindl über die Fahne, später crashte er gar ein TV-Interview seines Mitspielers Florian Neuhaus.

Es war unübersehbar: Das 4:1 (1:1) in der Landeshauptstadt glich für den Stürmer von Borussia Mönchengladbach einer Erlösung. "Man sieht, dass ihm Moment die Leichtigkeit fehlt und er sich ein bisschen Druck macht", sagte Trainer Marco Rose über den 22-Jährigen. "Am Ende wird er nur wieder Leichtigkeit bekommen, wenn er Tore schießt oder Tore vorbereitet. Daran misst sich ein Stürmer, heute hat er zwei vorbereitet. Ich hoffe, das hilft auf seinem Weg zurück."

Sechs Spiele war der Youngster, dessen Stern in der Bundesliga mit seinen beiden Toren im Hinspiel (2:1) aufgegangen war, zuletzt ohne Scorerpunkt geblieben. Gegen die in der zweiten Hälfte klar unterlegenen Düsseldorfer strahlte er am Samstagabend fast immer Gefahr aus. Thuram wählte kluge Laufwege, spielte clevere Pässe. Zwei Mal führten diese zur Führung.

Thuram platzt in Interview mit Neuhaus

Zunächst traf Jonas Hofmann (22.) zum 1:0, dann antwortete Stindl (51.) nach einer fantastischen Kombination auf den zwischenzeitlichen Düsseldorfer Ausgleich von Erik Thommy (29.) mit der erneuten Führung. Wieder Stindl (77.) und Neuhaus (82.) machten den am Ende zu deutlichen, aber ohne Zweifel verdienten Auswärtssieg perfekt. Die Thuram-Party vor den 10.000 mitgereisten Gladbacher Fans konnte steigen.

"Ich möchte so viele Spiele wie möglich gewinnen. Ich hoffe, dass wir uns am Ende der Saison keine Vorwürfe machen müssen", sagte Thuram bei "Sky", wo er kurzerhand in das Gespräch von Lothar Matthäus und Neuhaus hineingeplatzt war und dann selbst das Spiel analysierte. "Die Mannschaft hat sich in der zweiten Halbzeit deutlich gesteigert und Spieler wie Florian Neuhaus haben den Unterschied gemacht, indem sie den Ball im Mittelfeld gehalten haben."

Neuhaus absolvierte in der Tat sein wohl bestes Saisonspiel für die Fohlen. Den Grundstein für den Erfolg gegen die lange auf Augenhöhe agierende Fortuna legte Rose aber in der Halbzeitpause, als er auf ein 4-3-3 mit Neuhaus auf der Zehnerposition und Stindl als zentralem Stürmer umstellte. "Düsseldorf hat dann wenig bis gar keine Lösungen mehr gefunden", stellte Hofmann zufrieden fest.

Gladbach will "weiter dranbleiben"

Fünf Mal in Folge waren die Fohlen zuvor auswärts ohne Sieg geblieben, 105 Tage nach dem 2:1 bei Bayer Leverkusen am 2. November endete die Durststrecke in der Landeshauptstadt zum richtigen Zeitpunkt. Die Gladbacher, die das ausgefallene Derby gegen den 1. FC Köln noch in der Hinterhand haben, stecken als Tabellenvierter weiter mittendrin im Titelgeschäft. Das pusht.

"Möglich ist diese Saison schon einiges, weil wir vieles richtig machen", sagte Torschütze Hofmann mit leuchtenden Augen. "Wir wollen weiter dranbleiben. Wir brauchen uns nicht zu verstecken und sind froh, für ein bisschen Furore zu sorgen." Dabei dürfte ein Marcus Thuram zurück in alter Stärke sehr helfen.

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