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"Beute und Opfer": Ex-Reiterin enthüllt sexuellen Missbrauch

14.02.2020 10:35
Amelie Queguiner wandte sich über Facebook an den nationalen Reitsportverband
© unknown
Amelie Queguiner wandte sich über Facebook an den nationalen Reitsportverband

Dem französischen Sport droht der nächste Missbrauchsskandal. Die ehemalige Profireiterin Amelie Queguiner hat schwere Vorwürfe erhoben.

In einem Brief an den nationalen Reiterverband FFE erklärte sie, dass sie in den 80er-Jahren als Jugendliche von ihrem damaligen Trainer und zwei weiteren Personen sexuell missbraucht worden sei.

"Sie sei Beute und Opfer" gewesen, schrieb Queguiner am Freitag auf Facebook an FFE-Präsident Serge Lecomte.

Begonnen hätten die Übergriffe, als sie 13, 14 Jahre gewesen sei. Als Täter nannte Queguiner unter anderem ihren Coach, der gleichzeitig ihr Stiefvater war.

"Ich stand zur Verfügung, war ihm ausgeliefert, mehrmals in der Woche", schrieb Queguiner, "es geschah immer heimlich, fünf Minuten hinter einer Tür, immer mit Gewalt. Es war eine Tortur. Es hat gedauert, bis ich 24 war."

Bereits 2018 hatte sie eine Klage gegen ihren Peiniger eingereicht, in dieser Woche klagte sie auch gegen die anderen beiden Männer. Dies bestätigte die Polizei in Laroche-Chalais im Departement Dordogne.

Zu ihrem Geständnis angetrieben wurde Amelie Queguiner durch einen Bericht über die Missbrauchsopfer im französischen Eiskunstlauf.

Ende Januar hatten ehemalige französische Spitzen-Läuferinnen, darunter die frühere Paarlauf-WM-Dritte Sarah Abitbol, drei ihrer früheren Trainer der sexuellen Übergriffe beschuldigt.

Frankreichs Verbandspräsident Didier Gailhaguet ist inzwischen zurückgetreten. "Da habe ich mir gesagt, das gibt es, ich bin nicht die Einzige", schrieb Queguiner.

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