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Aufwind durch Leyhe-Sieg: DSV-Adler blasen zur Weitenjagd

13.02.2020 11:15
Stephan Leyhe überzeugte zuletzt in Willingen
© Daniel Kopatsch, getty
Stephan Leyhe überzeugte zuletzt in Willingen

Nach dem goldenen Wochenende von Willingen geht es für Stephan Leyhe und Co. zur Weitenjagd an den Kulm. Beim ersten Skifliegen richten sich die Blicke auch auf den kriselnden deutschen Rekordhalter Markus Eisenbichler.

Willingen war ein Vorgeschmack, nun geht es für Stephan Leyhe und Co. auf die Monsterschanzen: Beim ersten Skifliegen der Saison beginnt die entscheidende Phase des Weltcup-Winters. Der überragende Auftritt von Leyhe bei seinem Heimsieg im Sauerland verschaffte den deutschen Adlern reichlich Aufwind vor der Weitenjagd im österreichischen Bad Mitterndorf.

"Willingen - das Wochenende war einfach unglaublich! Ich kann das noch gar nicht richtig begreifen, was da eigentlich passiert ist", sagt der frischgebackene Weltcupsieger Leyhe: "Alle Sprünge sind auf einem sehr guten Niveau, deshalb freue ich mich jetzt auch auf unser erstes Skifliegen am Kulm. Da ist das Ziel einfach, meinen Hausrekord noch etwas hochzuschrauben, der liegt bei 224 Metern. Und einfach: ganz viel Flugspaß haben."

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher reist nach dem letzten Heim-Weltcup des Winters sehr zuversichtlich in seine Heimat Österreich. "Es hilft uns schon sehr, dass wir zum Ende der Saison nochmal voll im Saft stehen und Topleistungen bringen. Wir werden jetzt auch nicht locker lassen und noch einmal richtig Gas geben", sagt Horngacher im Gespräch mit dem "SID" mit Blick auf die Fliegen am Samstag und Sonntag (jeweils 11:00 Uhr) am Kulm.

Weiter Hochspannung im Rennen um den Gesamtweltcup

An die 2015 modernisierte Schanze haben die deutschen Springer gute Erinnerungen. Bei der Skiflug-WM 2016 gewann Leyhe an der Seite von Andreas Wellinger, Richard Freitag und Severin Freund Silber im Team. Es war Leyhes erster großer Erfolg. "Erst war das alles wie im Film, aber auf der Rückfahrt vom Kulm habe ich den Erfolg und den Medaillengewinn dann schon realisiert, da bin ich ein wenig zur Ruhe gekommen", sagte Leyhe damals.

Inzwischen hat sich der 28-Jährige auch als Einzelspringer einen Namen gemacht und sich als derzeit zweiter deutscher Siegspringer neben Karl Geiger etabliert. Der Oberstdorfer kämpft mit 68 Punkten Rückstand auf Österreichs Skiflug-Weltrekordler Stefan Kraft (253,5 m) weiter um den Sieg im Gesamtweltcup.

"Der Karl hat schon Außergewöhnliches geleistet, speziell am Anfang der Saison war er der Einzelkämpfer ganz vorne. Jetzt hat er mit dem Stephan einen Springer hinzubekommen, das hilft beiden schon sehr, dass sie vorne mitspringen können", sagt Horngacher.

Eisenbichler fehlt immer noch die Fitness

Als Geigers "Co-Pilot" hat Leyhe derzeit Markus Eisenbichler abgehängt. Der Dreifach-Weltmeister von Seefeld kämpft weiter mit seiner Form, in Willingen kam er nicht über den 26. Platz hinaus. Die Weitenjagd auf den großen Schanzen kommt Eisenbichler aber entgegen, mit 248,0 m hält er den deutschen Rekord. Dieser ist wie erst recht der Weltrekord in Bad Mitterndorf nicht gefährdet - die Bestweite am Kulm hält der Slowene Peter Prevc mit 244,0 m.

Mehrere kleinere Verletzungen zwangen Eisenbichler vor der Saison und auch währenddessen immer wieder zu Trainingspausen, "Eisei" fehlt derzeit schlicht die Fitness, um beim Absprung genug Geschwindigkeit in den Flug mitzunehmen. "Wir werden sehen, ob er das beim Skifliegen mit einem guten Gefühl ausgleichen kann", sagt Horngacher.

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