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Kerber über ihre Zwangspause und Olympia-Pläne

12.02.2020 13:20
Angelique Kerber laboriert derzeit an einer Oberschenkelverletzung
© AFP7 via www.imago-images.de
Angelique Kerber laboriert derzeit an einer Oberschenkelverletzung

Zwangspause, aber keine Zweifel: Angelique Kerber ist noch immer angeschlagen und setzt sich dennoch ambitionierte Ziele. Über allem stehen die Olympischen Spiele in Tokio und der Traum von einer "großen Ehre".

Die Zwangspause nervt, daraus macht Angelique Kerber kein Geheimnis. "Ich bin nicht der geduldigste Mensch, das war ich noch nie", sagt sie im Gespräch mit der "SZ". Und doch muss sich Kerber der Herausforderung stellen. Ihr angeschlagener Oberschenkel lässt noch immer kein Training zu. Sie "brauche noch ein bisschen Zeit", um die Verletzung komplett auszukurieren, sagt sie. Zeit, die sie vor den kommenden Aufgaben lieber mit ihrem neuen Trainer Dieter Kindlmann auf dem Tenniscourt verbringen würde.

Es gibt schließlich viel zu tun, mit einer vierten Runde wie bei den Australian Open gibt sich die dreimalige Grand-Slam-Siegerin nicht zufrieden. Auch wenn das Ergebnis für sie "okay" war angesichts der Rückenprobleme zu Beginn des Jahres und der Oberschenkelblessur in Melbourne. Ihre Ziele, daran lässt Kerber keine Zweifel, sind die eines Champions. "Ich will mich auf die großen Turniere konzentrieren. Die ich gut spielen und gewinnen möchte", sagt sie selbstbewusst.

Mixed-Team mit Zverev steht weiterhin im Raum

Oft genug hat Kerber betont, welch herausragenden Stellenwert die Olympischen Spiele für sie in dieser Saison besitzen. Nach Silber in Rio darf es in Tokio gerne "noch einen Schritt weitergehen", sagt sie bei "Sky Sport News HD". Gold also - ziemlich egal, in welcher Disziplin. Ein Start im Mixed an der Seite von Alexander Zverev steht schon länger im Raum. "Lasst Euch überraschen", lautet Kerbers Standardantwort auf die Frage nach einem gemeinsamen Auftritt der beiden besten deutschen Tennisspieler.

Konkreter wird sie bei einem anderen Olympia-Thema. Sie würde "sehr gerne" die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier ins Olympiastadion von Tokio tragen. "Das wäre eine große Ehre", sagt Kerber der "SZ". Fünf Frauen wurde diese Auszeichnung bei Sommerspielen bislang zuteil: Wasserspringerin Ingrid Engel-Krämer (1964/DDR/gesamtdeutsche Mannschaft), Leichtathletin Karin Balzer (1968/DDR), Handballerin Kristina Richter (1980/DDR), Kanutin Birgit Fischer (2000) und Hockeyspielerin Natascha Keller (2012).

Kerber: "Das Gefühl ist einzigartig"

Aber auch ohne Fahne in der Hand - der Träger wird von der Öffentlichkeit und den Athleten gewählt - würde sich Kerber die Zeremonie bei ihrer dritten Olympiateilnahme nicht entgehen lassen. Schon in London und Rio war sie inmitten der deutschen Mannschaft ins Stadion gelaufen. "Und ich werde es auch dieses Jahr machen. Auch wenn ich am nächsten Tag spiele. Dieses Gefühl, für Deutschland rauszulaufen, ist einzigartig", sagt sie.

Einen Vorgeschmack darauf bekommt sie bei ihrem Fed-Cup-Comeback im April (14. bis 19.) in Budapest. Nach zwei Jahren Abstinenz muss Kerber bei der Premiere des Finalturniers wieder ins Nationaltrikot schlüpfen, um sicher in Tokio dabei zu sein. Das besagen die Regeln des Tennisweltverbandes. Kerber sieht das Turnier mit den Vorrundenduellen gegen Tschechien und die Schweiz als Chance, nach ihrer Zwangspause Schwung aufzunehmen, außerdem wird ein großer Titel vergeben, den sie bislang noch nicht gewonnen hat.

"Wer weiß, vielleicht ist es auch das Jahr des Fed Cups", sagt Kerber. Zunächst muss sie jedoch ihre Geduldsprobe meistern, bevor sie an die Arbeit gehen kann.

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