Anzeige

Weltmeisterpaar Wellbrock und Köhler genau im Olympia-Plan

10.02.2020 12:18
Florian Wellbrock zeigte sich gewohnt ambitioniert
© Bernd König via www.imago-images.de
Florian Wellbrock zeigte sich gewohnt ambitioniert

Das Weltmeisterpaar Florian Wellbrock und Sarah Köhler hat sich problemlos für Olympia qualifiziert. Die beiden sind die einzigen Medaillenhoffnungen des DSV in Tokio.

Kaum ist direkt vor der eigenen Haustür das Olympia-Ticket gelöst, geht es für das deutsche Schwimm-Paar in die Ferne. "Wir können einen Haken hinter der Norm machen", sagte Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock nach der erfolgreichen Tokio-Qualifikation in der Magdeburger Elbschwimmhalle. Die nächste Etappe auf dem Weg nach Japan führt in die Sierra Nevada: Seine Freundin Sarah Köhler fliegt sofort für vier Wochen ins Höhentrainingslager in Spanien, Wellbrock macht noch einen Abstecher zum Freiwasser-Weltcup in Katar.

Ihre Startplätze in Tokio sicherten sich die beiden einzigen Medaillenhoffnungen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ganz nach Plan im ersten Anlauf - ohne Probleme. Auch wenn Wellbrock nach seiner starken Zeit über seine Goldstrecke 1500 m Freistil (14:46,61 Minuten), mit der er sich an die Spitze der Jahresweltbestenliste setzte, die 800 m hätten "leichter fallen sollen".

Auf der kürzeren Distanz hat der Magdeburger besondere Motivation: Bei der WM im vergangenen Sommer in Südkorea, bei der er über zehn Kilometer und über 1500 m als erster Schwimmer der Welt Gold im Freiwasser und im Becken gewann, war er über 800 m überraschend im Vorlauf ausgeschieden.

"Sehr zufrieden" war Freiwasser-Staffelweltmeisterin Köhler, die ebenfalls auf beiden Strecken unter der DSV-Norm blieb, "auch wenn es natürlich mit Blick auf Tokio noch Reserven gibt". Für die 25-Jährige, die 2016 in Rio Achte über 800 m wurde, sind die Ansprüche gestiegen: "Vor vier Jahren war das Erreichen des Olympiafinales ein großer Erfolg, diesmal träume ich von etwas mehr."

Erfolge sollen in Japan wiederholt werden

Um in die absolute Weltspitze vorzustoßen, ist Köhler vor anderthalb Jahren aus Frankfurt nach Magdeburg umgezogen - zu ihrem Freund Wellbrock und dessen Trainer Bernd Berkhahn. Der Lohn: Mit Freiwasser-Gold, WM-Silber über 1500 m, dem Kurzbahn-Weltrekord über dieselbe Distanz und drei deutschen Rekorden erlebte sie 2019 "das erfolgreichste Jahr meiner Karriere". Die Krönung soll in Tokio folgen. "Es kommt auf Tag X an", sagte Köhler im Interview mit der Frankfurter Rundschau: "Dafür arbeite ich täglich."

Dass Deutschlands neuer Schwimmstar Wellbrock sie auf diesem Weg begleitet, hilft. "Wenn morgens der Wecker klingelt und man nicht aus dem Bett kommt, ist es schön, wenn jemand da ist, der mit einem aufsteht und das gleiche Ziel verfolgt. Der sagt: 'Komm, du weißt doch wofür'", berichtete Köhler: "Es macht auch das ganze Leben einfacher, weil wir beide in die gleiche Richtung gehen und uns auf das gleiche vorbereiten. Viele Sachen müssen einfach nicht mehr diskutiert werden. Die Frage, ob wir abends weggehen oder nicht, stellt sich bei uns nicht."

Für Kino, Kneipe oder Kumpels hat Wellbrock noch weniger Zeit. Er will seinen Drinnen-Draußen-Doppelsieg von Südkorea in Japan wiederholen. Dafür muss er auch die Freiwassersaison, die am Samstag mit dem Weltcup in Doha beginnt, in seine Olympia-Vorbereitung quetschen. Dass er die Becken-Normen gleich im ersten Versuch knackte, passt gut in den Plan.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige