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"Den Vorständen gefällt, was gerade passiert"

Mercedes-Ausstieg? Brawn spricht Klartext

07.02.2020 08:16
Ross Brawn glaubt nicht an einen Mercedes-Ausstieg
© Mark Sutton via www.imago-images.de
Ross Brawn glaubt nicht an einen Mercedes-Ausstieg

2021 beginnt eine neue Ära in der Formel 1. Derzeit ist noch unklar, welche Teams daran teilnehmen werden. In den vergangenen Wochen wurden Gerüchte laut, Mercedes könnte aus der Formel 1 aussteigen. Mittlerweile hat Teamchef Toto Wolff diese Spekulationen dementiert. Auch Formel-1-Sportchef Ross Brawn betont, dass er keine Anzeichen in diese Richtung erkennen kann.

"Ich sehe keine Zeichen, dass wir [nicht alle Teams behalten werden]", erklärt Ross Brawn bei einem Medientermin in London, bei dem auch 'Motorsport-Total.com' anwesend war. Der Brite ist zuversichtlich, dass Mercedes und auch Renault weiterhin als Werksteams teilnehmen werden, trotz Berichte über Sparmaßnahmen der Mutterkonzerne.

Die Budgetobergrenze von 175 Millionen Dollar soll dazu beitragen, dass die Konzerne finanzielle Sicherheit garantiert bekommen. "Den Vorständen gefällt, was gerade passiert, weil sie Gewissheit haben. Jedes Mal, wenn Toto [Wolff] zum Mercedes-Vorstand geht, fragt er um ein höheres Budget an, damit sie auch weiterhin gewinnen."

Formel 1 soll für Konzerne "preiswert" werden

Was soll der Vorstand dem entgegnen, fragt sich Brawn. "Nein, wir wollen dir kein Geld mehr geben, weil wir nicht mehr gewinnen wollen?" Wohl eher nicht, will der Sportchef damit sagen. Mit der Kostengrenze, die ab 2021 wirksam sein wird, können sich die Konzerne darauf vorbereiten, wie viel sie für die Formel 1 ausgeben müssen.

"Wir haben die Nachrichten von den Ola Källenius' [Mercedes-Vorstand; Anm. d. Red.] dieser Welt gehört, sie wollen mehr Kostenkontrolle. Und sie wollen mehr Gewissheit darüber, was sie für die Formel 1 ausgeben müssen." Daher ist Brawn zuversichtlich, dass die Königsklasse für Konzerne wie Mercedes wieder attraktiver wird.

Liberty Medias Einsatz für eine Budgetobergrenze kombiniert mit einer faireren Verteilung des Preisgeldes seien der Schlüssel, um die Zukunft des Sports sicherzustellen, betont Brawn. Das führe dazu, dass alle Teams die Formel 1 weiterhin betreiben können.

Mit Blick auf die angespannte Lage der Weltwirtschaft seien diese Schritte außerdem wichtige Maßnahmen, um im Falle einer erneuten Wirtschaftskrise gegensteuern zu können. Konkret geht es den Formel-1-Bossen darum, dass die Teams in einer viel nachhaltigeren Art und Weise erfolgreich sind.

Derzeit sei die finanzielle Lage mancher Teams derart angespannt, dass schon ein kleines Erdbeben große negative Auswirkungen hätte. "Das wollen wir nicht", betont Brawn. Bezüglich der Mercedes-Spekulationen entgegnet er: "Wir wollen, dass Mercedes das Gefühl hat, dass [die Formel 1] preiswert ist."

Nachsatz: "Dass es gar keinen anderen Weg gibt, dass sie niemals aufhören werden - weil warum auch? Bei dem Betrag, den sie investieren, bekommen sie viel mehr zurück. Und würde es ein kleines ökonomisches Erdbeben geben, dann würden sie damit fertig werden."

Formel 1 aktuell "nicht nachhaltig genug"

Nicht nur die Topteams müssen ihre Unternehmungen auf gesündere Beine stellen. Brawn ist auch davon überzeugt, dass die Kostenobergrenze ein Mechanismus sein kann, um besser auf äußere Einflüsse reagieren zu können - und im Notfall Budgets weiter dramatisch zu kürzen.

"Wenn es einmal einwandfrei funktioniert, und wir dann eine Wirtschaftskrise haben sollten, dann können wir die Budgets weiter reduzieren." Brawn betont, dass dies derzeit unmöglich sei. "Hätten wir es aktuell mit einer Krise zu tun, dann können wir Testfahrten streichen, das ist aber nicht nachhaltig genug. Die Teams würden andere Wege finden, um Geld auszugeben."

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