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Haaland und Reyna reißen den BVB aus dem Dornröschenschlaf

BVB-Platzhirsche unter Druck: Jung, gierig, gut greift an

06.02.2020 17:23
Erling Haaland (r.) und Gio Reyna (r.) setzen die BVB-Platzhirsche unter Druck
© Peter Schatz via www.imago-images.de
Erling Haaland (r.) und Gio Reyna (r.) setzen die BVB-Platzhirsche unter Druck

Der Rückrundenauftakt mit drei Siegen und 15:4 Toren sorgte bei Borussia Dortmund für eitel Sonnenschein, nach der Pokalpleite beim kriselnden SV Werder Bremen zeichnen sich allerdings erste Risse in der heilen Welt des BVB ab. Mit Folgen für die etablierten Stars?

"Wir waren einfach zu lethargisch", meckerte Trainer Lucien Favre nach dem 2:3 in Bremen insbesondere über die Leistung in der ersten Halbzeit und schob nach: "Ich war enttäuscht, dass wir fast alle Zweikämpfe verloren haben und dass wir zu wenig in Bewegung waren. [...] Ohne Balleroberungen kannst du in der Offensive nichts machen." Klare Worte, die die Statistik untermauert und die für einige Stützen der Borussen wohl nicht folgenlos bleiben.

Während Youngster Jadon Sancho 64 Prozent und Kapitän Marco Reus immerhin noch 57 Prozent ihrer Duelle gewannen, verdiente sich Thorgan Hazard mit unterirdischen 22 Prozent maximal noch die Beurteilung "körperlich anwesend".

Auch Julian Brandt verlor über die Hälfte seine Zweikämpfe, betrieb im zweiten Durchgang allerdings eindrucksvoll Wiedergutmachung. Brandt war es auch, der nach der Partie kleinlaut offenbarte, es habe habe an der "Gier" gefehlt. Zunder für die seit dem Herbst schwelende Mentalitätsdebatte.

Haaland reißt den BVB aus dem Dornröschenschlaf

Jene "Gier" sprüht BVB-Neuzugang Erling Haaland derzeit hingegen aus jeder Pore. Der norwegische Sturmtank, der von Favre nach den ersten 45 Minuten endlich von der Leine gelassen wurde, sorgte für das zwischenzeitliche 1:2 und riss den BVB eindrucksvoll aus seinem Dornröschenschlaf. 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe als Stoßstürmer sprechen für sich.

Dass Haaland einen der Etablierten aus der Startformation verdrängen wird, dürfte nach dem Start des Youngsters mit acht Toren in vier Pflichtspielen nur eine Frage der Zeit sein. Hazard, Reus und Co. spüren seit der Bremen-Pleite allerdings auch noch den heißen Atem eines weiteren Youngsters im Nacken: Giovanni Reyna.

Der 17-jährige US-Amerikaner, der in der Winterpause bleibenden Eindruck bei Favre und Co. hinterlassen und sich seinen Platz im Profikader gesichert hat, verpasste dem Spiel des BVB gegen Werder nach 66 Minuten ebenfalls eine Frischzellenkur.

Der körperlich eher schmächtige Offensivspieler behielt im direkten Duell zu satten 83 Prozent die Oberhand. Dass der Jungspund bei seinem Pokal-Debüt in Minute 78 die gestandenen Werder-Profis Davy Klaassen und Yuya Osako kurzerhand auf dem Bierdeckel austanzte, das Leder aus 16 Metern in den Knick zauberte und den BVB doch noch vom Weiterkommen träumen ließ, ist auch Favre nicht entgangen. 


Mehr dazu: Giovanni Reyna: Das nächste große Ding beim BVB?


"Die Jungen haben klar etwas bewirkt", sagte der Schweizer nach dem Spiel: "Es wurde in der zweiten Halbzeit mit ihnen besser."

Dass Favre große Stücke auf Reyna hält, ist nichts Neues: "Man sieht im Training, dass er etwas hat. Wer das nicht sieht, ist blind. Er bewegt sich richtig, er spielt richtig, er verteidigt auch sehr, sehr clever. Er kann Tore schießen, er kann den letzten Pass spielen. Mit seinen 17 Jahren macht er das wirklich sehr gut. Wenn er so weiter spielt, dann wird er seinen Weg machen", schwärmte der 62-Jährige bereits nach dem ersten Bundesliga-Einsatz des Rechtsfußes Mitte Januar.

Mit Spannung darf man abwarten, welche Elf Favre beim schweren Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen ins Rennen schickt. Spätestens der langfristige Ausfall von Marco Reus, der sich gegen Werder eine Muskelverletzung zuzog, ebnet den Weg in die erste Elf des BVB, aber auch einen Einsatz von Reyna schloss Favre am Donnerstag nicht aus: "Es ist möglich, dass er am Samstag von Beginn an spielt. Man sieht jeden Tag im Training, was er kann. Er ist sehr sehr clever. Und er kann offensiv in fast jeder Position spielen, auch in jedem System."

Marc Affeldt

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