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VfB Stuttgart wacht zu spät auf

Leverkusen duselt sich ins Pokal-Viertelfinale

05.02.2020 20:31
Die Szene zum 1:0 für Bayer: VfB-Keeper Bredlow trifft ins eigene Tor
© Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.
Die Szene zum 1:0 für Bayer: VfB-Keeper Bredlow trifft ins eigene Tor

Erleichtert klatschte Peter Bosz mit seinen Schützlingen ab, richtig glücklich schaute der Coach von Bayer Leverkusen aber nicht drein. Der Niederländer wusste nach dem 2:1 (0:0) gegen den VfB Stuttgart genau, dass sich sein Team nach dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals beim Gegner zu bedanken hatte.

Denn beide Treffer der Rheinländer in einem Schlagabtausch auf Augenhöhe hatte VfB-Torhüter Fabian Bredlow zu verantworten. Erst unterlief dem 24-Jährigen ein Faust-Eigentor (71.), dann nutzte Lucas Alario (83.) eine Bredlow-Parade vor seine Füße zum 2:0. Den Anschluss für den Bundesliga-Absteiger erzielte Silas Wamangituka (85.).

"Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, aber in so einer Partie ist das egal, es geht nur ums Gewinnen", sagte Leverkusens Kerem Demirbay. Bredlow erklärte, vor dem Eigentor einen Kontakt am Oberschenkel gespürt zu haben, gab aber unumwunden zu: "Das sieht natürlich unglücklich aus."

Im Hinblick auf das Bundesliga-Topspiel am Samstag (18:30 Uhr) gegen Borussia Dortmund muss sich der Tabellenfünfte aber deutlich steigern. 

Bosz hatte vorab in aller Deutlichkeit einen Sieg und Mut gegen den klassentieferen Gegner gefordert. "Wir müssen gewinnen. Dieser Wettbewerb ist für uns sehr wichtig", sagte er. Durch das frühe Aus einiger Pokalanwärter war Leverkusen vor dem Anpfiff unweigerlich in den Favoritenkreis gerückt - zumal Bosz nach seiner Vertragsverlängerung angekündigt hatte, Titel gewinnen zu wollen.

Bayer versemmelt Dreifach-Chance

Die Leverkusener taten sich zunächst jedoch schwer, die Forderungen ihres Coaches umzusetzen, denn der Tabellendritte der 2. Bundesliga erwies sich als ebenbürtiger Gegner. Nach einigen Ungenauigkeiten zu Beginn sicherte sich das Team um Kai Havertz, der Bayer als Kapitän aufs Feld führte, zumindest ein deutliches Plus an Ballbesitz.

Gefährlich wurde es nur dann, wenn der Europa-League-Teilnehmer über die schnellen Außenspieler Lücken fand. Havertz, Karim Bellarabi und Kerem Demirbay vergaben aber eine aussichtsreiche Dreifach-Chance (18.). Die vermeintliche Führung durch Havertz wurde zudem wegen einer Abseitsstellung nach Videobeweis aberkannt (43.).

Das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo, das mit sechs Neuen im Vergleich zum Remis beim FC St. Pauli gestartet war, lauerte im von Sportdirektor Sven Mislintat ausgerufenen "Bonusspiel" auf Umschaltmomente. Dass Stuttgart den Pokal aufgrund des Saisonziels Aufstieg abschenkt, zeigte sich keineswegs - Wamangituka traf allerdings zunächst nur das Lattenkreuz (26.).

Debütant Palacios gewinnt die Zweikämpfe

Nach der Pause stemmten sich die Gäste weiter gegen den hochveranlagten Gegner und hatten die nächste gute Gelegenheit durch Gonzalez (48.). Auch im zweiten Durchgang verlor das Leverkusener Mittelfeld um Debütant Exequiel Palacios, der im Winter für 17 Millionen Euro von River Plate gekommen war, die entscheidenden Zweikämpfe.

Havertz und Co. erhöhten zwar den Druck, es mangelte aber an Ideen. Stattdessen leistete der Gast Unterstützung: Bredlow lenkte den Ball nach einer Ecke mit der linken Faust ins eigene Netz. Dann löffelte Alario ein weiteres Geschenk der Gäste ins Tor, ehe Wamangituka die Partie am Ende noch einmal spannend machte.

Kurz vor Schluss hatte der Argentinier Mateo Klimowicz gar die Chance auf den Ausgleich, scheiterte allerdings aus acht Metern knapp.

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