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"Wird richtig hart": Müde Handballer heiß auf HBL-Neustart

30.01.2020 13:09
Domagoj Duvnjak legt an diesem Wochenende bereits wieder in der HBL los
© Martin Rose, getty
Domagoj Duvnjak legt an diesem Wochenende bereits wieder in der HBL los

Mit frischem EM-Schwung startet die Bundesliga am Wochenende in die heiße Phase. Zum Auftakt empfängt der Zweite Hannover den Spitzenreiter Kiel, der Vierte Magdeburg muss beim Dritten in Flensburg ran.

Es klingt nach drei Wochen EM-Spektakel ein wenig paradox, aber die Handballer können den Bundesliga-Knallstart kaum erwarten. "Klar ist die Müdigkeit des Turniers noch zu spüren", sagt Hannovers Senkrechtstarter Timo Kastening, "aber es geht gegen den THW Kiel, und da werden wir schnell wieder auf Betriebstemperatur kommen".

Was im Fußball (bislang noch) undenkbar wäre, ist im Handball Realität: Nur wenige Tage nach dem EM-Finale startet die Liga in ihren Saison-Endspurt - und der Auftakt hat es in sich: Spitzenreiter THW Kiel muss am Samstag (20:45 Uhr) beim Zweiten TSV Hannover-Burgdorf ran, der Dritte SG Flensburg-Handewitt empfängt am Sonntag (13:30 Uhr) den Vierten SC Magdeburg. Gerade einmal zwei Punkte trennen die vier Teams voneinander.

Duvnjak absolvierte neun Spiele in zweieinhalb Wochen

"Sicherlich ist es nicht so leicht für die Jungs, die gerade von einem Turnier kommen, vor allem im Kopf direkt umzuswitchen", sagte Kiels Nationalspieler Steffen Weinhold, der die EM aufgrund einer Verletzung verpasst hatte, den Kieler Nachrichten. Aber er mache sich über den Spielplan keine Gedanken. "Wir wissen alle, um was es geht", sagte Weinhold, die Partie in Hannover sei "ein enorm wichtiges Spiel für uns."

Bestes Beispiel für das enorme Pensum der Handballer ist Kiels Anführer Domagoj Duvnjak. Am Sonntag kämpfte der Kroate, der bei der EM zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war, noch mit seiner Mannschaft im Endspiel gegen Spanien (20:22) um den Titel, feierte dann zwei Tage lang in Zagreb die Silbermedaille - und stand am Mittwochabend schon wieder bei einem Testspiel der Kieler in Hamburg in der Startformation.

"Das ist überhaupt kein Problem", versicherte Duvnjak, der wie viele EM-Fahrer neun Spiele in nicht einmal zweieinhalb Wochen absolviert hatte. Er habe schließlich eine Medaille gewonnen. Und auch bei Dänemarks Weltklasse-Torhüter Niklas Landin überwiegt die Vorfreude. "Ich habe schon Bock auf die nächsten Spiele", sagte der THW-Kapitän. Er hoffe, dass Spieler wie Duvnjak "ihren Lauf einfach weiterführen".

Zarabec: "Wollen das durchziehen und gewinnen"

Die Hürde Hannover hat es in sich. Denn der bisherige Saisonverlauf sorgt in der niedersächsischen Landeshauptstadt für viel Selbstvertrauen. "Kiel ist natürlich in der Favoritenrolle, aber in einem Spiel ist immer alles möglich", sagte TSV-Trainer Carlos Ortega.

Wurde Hannover zu Beginn der Saison aufgrund des günstigen Auftaktprogramms von vielen noch als vorübergehendes Phänomen in der Spitzengruppe abgetan, ist der Respekt inzwischen deutlich gewachsen. Siege in der Liga gegen Magdeburg und Flensburg-Handewitt sowie das Remis gegen die Rhein-Neckar Löwen haben in der Szene Aufsehen erregt.

"Das Spiel in Hannover ist wie ein Finale für uns", sagt Miha Zarabec. Der slowenische Spielmacher ist einer von zehn EM-Fahrern bei den Kielern - doch ab sofort gilt die volle Konzentration wieder der Bundesliga. "Wir sind müde, aber wir brauchen Samstag jeden Spieler", sagte Zarabec: "Es wird richtig hart, aber wir wollen das durchziehen und gewinnen."

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