Anzeige

"Da kann man nur mit dem Kopf schütteln"

Ehemaliger St.-Pauli-Boss lästert über den HSV

29.01.2020 09:06
Corny Littmann war sieben Jahre lang Präsident beim FC St. Pauli
© Chris Emil Janssen
Corny Littmann war sieben Jahre lang Präsident beim FC St. Pauli

Corny Littmann, Ex-Präsident des FC St. Pauli,  hat sich in deutlichen Worten zu den sportlichen und administrativen Verfehlungen beim Stadtrivalen Hamburger SV geäußert. 

Im Gespräch mit der "Sport Bild" stellte der 67-Jährige zunächst klar: "Ich will nicht viel über die jüngste Vergangenheit des HSV sprechen. Das ist schon so desaströs genug. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln." 

Einmal in Rage geredet, platzte es dann aber doch aus Littmann heraus: "Wer wie der HSV vor einem Jahr gleichzeitig vier Trainer bezahlen muss, der kann nicht alle Tassen im Schrank haben. Aber der HSV hat meinen Segen für die Zukunft", kommentierte er mit einem Lachen. Littmann fungierte zwischen 2003 und 2010 als Präsident des FC St. Pauli.

Der Inhaber des Schmidt Theaters traue dem Hamburger SV zwar durchaus den Aufstieg zurück in die Erstklassigkeit zu. Allerdings werde es dann schwierig, den Klub auch wieder im Oberhaus zu etablieren: "Das Problem ist: Ich fürchte, dass sie direkt wieder absteigen werden. Die Kluft zwischen den beiden Ligen ist mittlerweile riesig."

Littmann kritisiert Pauli-Fans: "Ist nicht zielführend"

Auch beim Blick auf seinen Herzensverein FC St. Pauli hat Littmann in der jüngeren Vergangenheit aber einige Fehlentwicklungen ausgemacht. Dass die Kiezkicker in der laufenden Spielzeit im Abstiegskampf der 2. Bundesliga statt im Aufstiegsrennen stecken, liege ebenfalls an fehlender Kontinuität auf dem Trainer- und Sportdirektor-Posten.

Die eigene Anhängerschaft wurde von Littmann ebenfalls kritisiert: "Es ist auch nicht zielführend, dem Teil unserer Fans zu folgen, die sagen: Uns genügt die 2. Liga [...] Sie sind der Meinung: In der Bundesliga regiert der Kommerz, damit wollen wir nichts zu tun haben. Dabei übersehen sie, dass der Kommerz mittlerweile bis in die 3. Liga reicht. Auch St. Pauli hat mittlerweile Zwänge, denen er sich nicht entziehen kann. Sonst kann man die heutigen Spielergehälter nicht mehr zahlen."

Nach der glatten 0:3-Niederlage am Dienstagabend bei der SpVgg Greuther Fürth rangiert der FC St. Pauli mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz auf Rang elf der Zweitligatabelle.

myr

Anzeige
Anzeige
Anzeige
2. Bundesliga 2. Bundesliga
Anzeige
Anzeige