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Geiger tröstet Leyhe - Lokalmatador siegt in Polen

26.01.2020 18:01
Stephan Leyhe wurde in Polen am Ende Vierter
© Sebastian Widmann, getty
Stephan Leyhe wurde in Polen am Ende Vierter

Für Skispringer Stephan Leyhe war in Zakopane der Sieg möglich, am Ende wurde es wieder der undankbare vierte Platz. Karl Geiger verteidigte beim Sieg von Kamil Stoch das Gelbe Trikot.

Stephan Leyhe ließ nach seinem "verschossenen Elfmeter" die Schultern hängen, doch sofort eilte Karl Geiger als Tröster herbei. "Das ist echt schade für den Stephan, er hat sich das Podest verdient. Doch das wird schon noch kommen. Definitiv!", sagte Geiger nach dem unglücklichem viertem Platz seines Kumpels im Skisprung-Krimi von Zakopane.

Während Leyhe, Zweiter nach dem ersten Durchgang, vor 40.000 Fans in Polens Schanzen-Mekka sogar die Riesenchance auf seinen ersten Weltcupsieg vergab, durfte Geiger beim Heimtriumph von Volksheld Kamil Stoch immerhin feiern: Mit Platz fünf verteidigte die deutsche Nummer eins die Führung im Gesamtweltcup erfolgreich. Die Krönung eines ganz starken deutschen Wochenendes blieb 24 Stunden nach dem überlegenen Sieg der DSV-Adler im Teamspringen aber aus.

Der 29 Jahre alte Leyhe, der zum ältesten deutschen Siegdebütanten im Weltcup geworden wäre, konnte dennoch schnell wieder lächeln. "Es ist natürlich schon schade, dass es wieder der undankbare vierte Platz ist", sagte der Willinger, schon in der Vorwoche in Titisee nur mit "Blech" dekoriert, in der "ARD": "Aber die guten Sprünge kommen immer häufiger, es fehlt nicht viel. Ich muss geduldig weiterarbeiten."

Geiger: "Die Farbe gefällt mir gut"

Leyhe lag nach Sprüngen auf 139,0 und 134,0 m (286,5 Punkte) umgerechnet nicht einmal einen Meter hinter dem drittplatzierten Vierschanzentournee-Sieger Dawid Kubacki (Polen/287,8) und verpasste die zweite Podestplatzierung seiner Karriere. Kubacki hatte nach dem ersten Durchgang noch vor Leyhe geführt, beide zeigten aber einen schwächeren zweiten Sprung. Ein weiterer 139er hätte Leyhe zum Sieg gereicht. So aber konnte Stoch (295,7/137,5+140,0) noch nach Platz drei aus dem ersten Durchgang vor Kraft (290,6) seinen 35. Weltcupsieg feiern.

Kraft verkürzte damit den Rückstand im Gesamtweltcup auf Geiger ein wenig, das kratzte den Oberstdorfer - nun mit 14 Top-10-Plätzen in 15 Springen - allerdings kaum: "Rang fünf passt", sagte Geiger, zur Halbzeit noch Zehnter, und meinte mit verschmitztem Blick auf sein gelbes Weltcup-Leader-Trikot: "Die Farbe gefällt mir gut."

Gefallen fand auch Bundestrainer Stefan Horngacher am Auftritt seiner beiden Topspringer. "Karl kann zufrieden sein, er hat sich super nach vorne gesprungen", meinte der Österreicher: "Stephan war leider im zweiten Durchgang zu früh dran, hat damit das Podest verschenkt. Aber Platz vier ist super."

Freitag nach Rückkehr noch nicht in Form

Auch dahinter gab es viel Licht aus deutscher Sicht: Youngster Constantin Schmid bestätigte als Elfter seine starke Form. Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler, der zuletzt wegen einer Handverletzung alle Einzelspringen seit der Tournee verpasst hatte, meldete sich mit Platz zwölf zurück.

Pius Paschke kam auf Rang 14. Nur Team-Weltmeister Richard Freitag hat auch nach seiner Rückkehr in den Weltcup seine Form nicht wiedergefunden, scheiterte als 48. im ersten Durchgang.

Dass es womöglich Leyhes Wochenende werden könnte, hatte er am Samstag beim souveränen deutschen Sieg im Teamwettbewerb mehr als nur angedeutet. Punktbester aller Starter war der Hesse mit dem trockenen Humor, vor allem er und der glänzend aufgelegte Hesse sorgten dafür, dass das DSV-Quartett letztlich mit mehr als 22 Metern Vorsprung auf Norwegen siegte.

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