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"Es war so, wie ich es mir erträumt hatte"

"Verrückt!": Zions Drei-Minuten-Explosion verzückt die NBA

23.01.2020 11:12
Zion Williamson sorgte bei seinem NBA-Debüt für die erhofften Schlagzeilen
© Chris Graythen, getty
Zion Williamson sorgte bei seinem NBA-Debüt für die erhofften Schlagzeilen

Zion Williamson brauchte lediglich drei Minuten und 29 Sekunden, um deutlich zu machen, warum die Basketball-Welt so sehnsüchtig auf sein erstes Spiel als Profi gewartet hatte.

Der 19-jährige NBA-Neuling hatte wegen einer Knieverletzung mehr als die Hälfte der Saison verpasst - doch sein erster Auftritt riss die Fans der New Orleans Pelicans von den Sitzen. 17 Punkte erzielte Williamson in Serie, zwei weitere Körbe seiner Mitspieler bereitete er vor, fast im Alleingang machte er aus einem Zehn-Punkte-Rückstand eine Ein-Punkt-Führung. 

Dass trotz dieses Zwischenspurts am Ende eine 117:121 (51:60)-Niederlage gegen die San Antonio Spurs stand, verkam zur Nebensache. 

"Ich habe diese Halle noch nie so laut erlebt. Playoffs, Alles-oder-Nichts-Spiele, niemals. Das ist verrückt", twitterte "ESPN"-Reporter Andrew Lopez aus der Arena in der Stadt, die die US-Amerikaner "The Big Easy" nennen.

Groß ist auch Zion Williamson: Die NBA listet ihn mit 1,98 Meter. "Easy" wirken seine Bewegungen trotz seines breiten Kreuzes, bei dem es scheint, als müsste er manchmal seitwärts durch Türen gehen. Der 129-Kilo-Mann ist so sprunggewaltig und schnellkräftig, dass sich Beobachter mitunter Sorgen machen, ob und wie sein Körper die Belastungen von mindestens 82 Spielen pro Saison aushält.

Entsprechend vorsichtig wurde er in seinem Debüt eingesetzt, spielte insgesamt nur 18 Minuten, erzielte trotzdem beeindruckende 22 Punkte und war Topscorer der Pelicans.

Zion stellt neue NBA-Bestmarke auf

"Es war so, wie ich es mir erträumt hatte", sagte Williamson nach dem Spiel - also abgesehen von der Niederlage. Der 19-Jährige traf jeden seiner vier Dreierversuche - das war in den 40 Jahren seit Einführung des Distanzwurfes noch niemandem in seinem ersten NBA-Spiel gelungen.

Dabei hatte ihm sein Coach Alvin Gentry laut "ESPN" vor dem Spiel geraten, "einfach über alles und jeden hinweg zu dunken". Diese Höhenflüge waren es, die erst in der Highschool für Aufmerksamkeit sorgten und ihn dann an der Duke University zur größten Attraktion des College-Basketballs machten. Und schließlich dazu führten, dass schon Monate vor der Draft feststand, dass die Basketball spielende Naturgewalt als erster Spieler in der Talenteziehung ausgewählt werden würde.

Der Hype war schon damals riesig, zu einem Trainingsspiel der Pelicans kamen mehr als 10.000 Zuschauer. Gegen die Spurs war die Halle natürlich ausverkauft.

Große Ankündigung, hohe Erwartungen

Doch nachdem sich der Hoffnungsträger in der Vorbereitung verletzte, war zunächst Warten angesagt. Wie groß die Erwartungen an den 19-Jährigen sind, zeigt sich auch darin, dass er etwas bekommen hat, was sonst nur den Stars zuteil wird, die Nennung beim Vornamen. Wenn NBA-Fans über Williamson sprechen, nennen sie ihn einfach nur Zion. So wie LeBron, Kobe, Giannis oder Dirk.

Und auch wenn es nur ein Spiel war, dass Zion bisher gemacht hat. Sein erster Auftritt auf der größten Basketball-Bühne zeigt: Das Warten hat sich gelohnt. So, wie es Williamson schon im Juni 2016 prophezeit hatte, als er kurz vor seinem 16. Geburtstag über Twitter verlauten ließ: "Ich werde die Welt schocken."

Torben Siemer

© n-tv
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