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"Ich wäre überrascht, wenn es so wäre"

Fry widerspricht Vorwürfen gegen "Psycho-Schumi"

23.01.2020 10:37
Psychospielchen von Schumi gegen Rosberg? Das kann sich Nick Fry nicht vorstellen
© imago sportfotodienst
Psychospielchen von Schumi gegen Rosberg? Das kann sich Nick Fry nicht vorstellen

Ist Michael Schumacher in der Formel 1 der "heimtückische Deutsche" gewesen, von dem besonders in Großbritannien gesprochen wurde? Durch zahlreiche Aktionen wie den Rammstoß von Jerez gegen Jacques Villeneuve oder Rascasse-Gate in Monaco hatte sich "Schumi" einen zweifelhaften Ruf erarbeitet, der sich auch im Umgang mit den Teamkollegen gezeigt haben soll.

Nico Rosberg verriet einmal, dass sich Schumacher einmal im Klo verbarrikadiert haben soll, als er vor einer wichtigen Qualifying-Session dringend noch einmal auf Toilette musste. "Ich sollte mit voller Blase ins Qualifying gehen", erinnerte sich der Deutsche, der jedoch schnell einen Eimer neben dem Klo zum Erleichtern nutzte. Nur eines der zahlreichen Schumacher nachgesagten Psychospielchen.

Doch der ehemalige Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry hat an der Geschichte seine Zweifel: "Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich wäre überrascht, wenn es so wäre", sagt er im Podcast "Flat Chat". "Ich sehe keine Psychospielchen zwischen den beiden Fahrern. Es war sogar umgekehrt: Es war ein väterlicher Ansatz von Michael."

Eine heimtückische Seite habe er bei Schumacher nie gesehen. "Er war ein toller Teamplayer", betont der Brite.

"Michael war ein Meister der Formel 1"

Wie es anders geht, hatte er zuvor auch gesehen, als er einst bei BAR in die Königsklasse einstieg: "Meine Einführung in der Formel 1 war, mit Jacques Villeneuve zusammenzuarbeiten, dem es zu der Zeit großen Spaß zu machen schien, mit dem Helm zum Auto zu laufen, damit er mit niemandem reden muss", erinnert sich Fry. "Zu vielen Mechanikern schien er keine große Beziehung zu haben."

Anders Schumacher: "Er hat erkannt, dass er nur seine beste Leistung zeigen kann, wenn er alle anderen dazu bekommt, ihre beste Leistung zu zeigen. Darum war er so lange so erfolgreich."

Gleiches gelte auch für Lewis Hamilton. Fry ist überzeugt, dass der Brite nicht aus PR-taktischen Gründen handelt, wenn er nach einem Sieg seinen Jungs am Funk dankt. "Er weiß, dass er nicht gewinnt, wenn nicht alle Leute in Brackley eine perfekte Arbeit abliefern", sagt er. "Michael hat das auch verstanden."

Sein Fazit: "Michael war ein Meister der Formel 1."

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