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"Scheiße am Schläger": Zahnlose Haie in der Krise

22.01.2020 12:15
Die Haie suchen einen Weg aus der Krise
© Thomas Hahn /Eibner-Pressefoto via www.imago-image
Die Haie suchen einen Weg aus der Krise

Acht Pleiten in Folge, Absturz auf Rang acht, Playoffs in Gefahr: Die Kölner Haie haben einen sportlichen Horror-Start ins Jahr 2020 hingelegt. Statt um die direkten Startplätze fürs Viertelfinale zu kämpfen, droht dem Traditionsklub in der Deutschen Eishockey Liga das frühe Saison-Aus. Der Worst Case würde auf allen Ebenen schmerzhafte Konsequenzen nach sich ziehen.

"Ich kann die Situation nicht schönreden", sagte Trainer Mike Stewart ehrlich. Auch für den Kanadier wird die Luft zunehmend dünner, im Spiel am Donnerstag gegen die Nürnberg Ice Tigers muss die Trendwende her. "Wir wollen und müssen gewinnen", sagte Stewart und forderte von seinen Profis "einen dreckigen Sieg für das Selbstvertrauen".

Der Vorsprung der Haie auf Platz elf, der nicht mehr zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt, beträgt nur noch drei Punkte. Die aktuelle Krise spricht klar gegen den achtmaligen Meister, der in diesem Jahr erst einen Punkt gewinnen konnte. "Wir haben derzeit die Scheiße am Schläger", sagte Verteidiger Dominik Tiffels.

Schwächen im Abschluss und Powerplay

Offensiv gelingt den Kölner so gut wie nichts mehr. Mit der Ausbeute von nur 92 Toren aus 38 Spielen ist das Team das drittharmloseste der Liga, nur die beiden Schlusslichter Iserlohn Roosters (86) und Schwenninger Wild Wings (89) treffen noch seltener ins Tor. Bezeichnend: Kölns Topscorer Jason Akeson (24 Punkte) rangiert in der DEL-Gesamtwertung nur auf dem 52. Platz.

Ein Grund für die miese Offensiv-Bilanz: das katastrophale Powerplay. In nur 15 von 160 Überzahlspielen konnte Köln einen Treffer erzielen, auf der anderen Seite stehen bereits drei Gegentreffer mit einem Mann mehr auf dem Eis zu Buche. "Bei uns ist derzeit das Selbstvertrauen im Powerplay abhanden gekommen", sagte Kapitän Moritz Müller.

"Die Mannschaft lässt sich überhaupt nicht unterkriegen"

Es fehlt nicht nur an torgefährlichen Angreifern, sondern auch an einem schussgewaltigen Offensiv-Verteidiger. Wegen der Zusammenstellung des Kaders gerät Sportdirektor Mark Mahon verstärkt in die Kritik. Geschäftsführer Philipp Walter verzichtet aber (noch) auf Schuldzuweisungen: "Die Mannschaft lässt sich überhaupt nicht unterkriegen. Das überzeugt mich, dass wir da alle gemeinsam wieder rauskommen."

Am besten schon am Donnerstag im zweiten von insgesamt drei Duellen gegen Nürnberg innerhalb von zehn Tagen. Den Auftakt im "Tigers-Triple" hatte Köln am vergangenen Sonntag mit 3:6 verloren. "Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen und am Donnerstag in eigener Halle wieder alles reinwerfen", versprach Stewart. Stürmer Frederik Tiffels ist heiß auf die Revanche, "das hat fast schon so etwas wie Playoff-Charakter".

Gut möglich, dass die Kölner bei den echten Playoffs nur noch Zuschauer sind.

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