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Stabilität, Selbstbewusstsein und der "Klopp-Faktor"

5 Gründe: Darum schlägt Schalke den FC Bayern

23.01.2020 12:30
Schlägt der FC Schalke 04 den FC Bayern?
© sport.de
Schlägt der FC Schalke 04 den FC Bayern?

Im Bundesliga-Kracher beim FC Bayern München hat der FC Schalke 04 am Samstag (ab 18:30 Uhr im Live-Ticker) die Chance, aus dem Vierkampf des Rekordmeisters um die Meisterschaft mit RB Leipzig, BVB und Borussia Mönchengladbach einen Fünfkampf zu machen. (Mindestens) fünf gute Gründe sprechen für einen Schalker Sieg in München.

Grund 1: Schalke ist so stabil wie lange nicht mehr

Vom Fast-Absteiger zum Champions-League-Kandidaten - oder vielleicht sogar mehr? Fest steht: Die Königsblauen haben im letzten guten halben Jahre eine rasante Entwicklung genommen.

Schalke hat jetzt schon 33 Punkte auf dem Konto, so viele wie in der Vorsaison nach 34 Spieltagen. Um die Torausbeute von 2018/2019 zu erreichen, fehlen dem aktuellen Tabellenfünften nur noch sechs Treffer. 

Auffällig zudem: Eine echte Schwächephase leistete sich Schalke in dieser Spielzeit noch nicht. Drei sieglose Partien (gegen Köln, in Hoffenheim, gegen Dortmund) im Oktober waren die längste Negativserie. Zudem kassierte Schalke erst drei Bundesligapleiten. Lediglich RB Leipzig (zwei Niederlagen) verlor noch seltener.

All das spricht für die herausragende Stabilität der personell nur punktuell veränderten Mannschaft unter dem neuen Trainer David Wagner.

Grund 2: Schalke ist so selbstbewusst wie lange nicht mehr

Die starken Leistungen der letzten Wochen und Monate haben ein ganz neues Selbstbewusstsein auf Schalke entfacht - keine schlechte Voraussetzung, um gegen den FC Bayern zu bestehen.

"Das ist ein schönes Gefühl, was ich bislang auch noch nicht gekannt habe - im oberen Tabellendrittel zu sein, nach München zu fahren und zu wissen, dass das ein Spitzenspiel ist", sagte Neuzugang Michael Gregoritsch, der bei seinem Debüt beim 2:0 gegen Gladbach gleich einen Treffer und eine Vorlage beisteuerte. In München sei "alles" möglich, so der 25-Jährige. "Wir brauchen uns nicht zu verstecken."

Auch Nationalspieler Suat Serdar gab sich angriffslustig: "Wir werden so weiterspielen, wie wir jetzt gegen Gladbach aufgehört haben. Dann wird man am Ende sehen, ob wir die drei Punkte aus München mit nach Hause nehmen können."

Grund 3: Schalke kann Ausfälle hervorragend kompensieren

"Wir haben eine richtig gute Mannschaft geschlagen. Und dann komme ich in die Kabine und da sitzen Stambouli, Sané, McKennie und Harit nur in Zivil. Da denke ich mir schon: 'Okay, das haben wir heute richtig gut gemacht'", sagte Wagner nach der erstklassigen Vorstellung seiner Mannschaft gegen Gladbach.

Dass die Schalker die Ausfälle der vier Leistungsträger problemlos kompensieren konnten, zeigt, dass der königsblaue Kader auch in der Breite richtig gut aufgestellt ist. Stambouli, Sané und McKennie werden in München sicher fehlen, Harits Einsatz ist noch unsicher - Angstschweiß dürfte Wagner das nicht auf die Stirn treiben.

Bemerkenswert: Das Fehlen von Ex-Kapitän Alexander Nübel, bis zu seinem Platzverweis gegen Eintracht Frankfurt Mitte Dezember die unumstrittene Nummer eins, hat sich bislang überhaupt nicht negativ bemerkbar gemacht. Ersatzmann Markus Schubert, der Nübel wegen seines feststehenden Wechsels zum FC Bayern im Sommer womöglich sogar als Stammkeeper ablöst, macht seine Sache bislang hervorragend.

Grund 4: Schalke hat den "Klopp-Faktor"

In seiner Dortmunder Zeit war Jürgen Klopp so etwas wie das "Kryptonit" des FC Bayern. Mit Klopps intensivem Spiel gegen den Ball, dem frühem Pressing und blitzschnellen Umschaltspiel zog der BVB den Münchnern ein ums andere Mal den Zahn.

Auch Wagner, Trauzeuge und privat einer der besten Freunde Klopps, hat Schalke ähnliche Tugenden eingeimpft, wie die des heutigen Liverpool-Teammanagers.

Die Zahlen untermauern das: In der laufenden Saison erzielte Schalke bereits neun Kontertore, kassierte selbst aber nur drei Gegentore nach schnellen Gegenangriffen. 229 Sprints pro Partie (vierthöchster Wert der Liga) stehen für Vollgas-Fußball, durchschnittlich 114 gewonnene Zweikämpfe in jedem Spiel (Ligabestwert) für gesunde Aggressivität.

Defensive Stabilität ist ebenfalls eines der Kennzeichen von Wagners Philosophie. Erst 21 Gegentreffer kassierte Schalke, nur Gladbachs Defensive (20) ist noch stärker. Rechnet man die Gegentreffer nach Standards heraus, mussten die Knappen sogar erst elf Tore hinnehmen - und sind damit in dieser Statistik deutlich besser als Gladbach und der FC Bayern (jeweils 15) auf Rang zwei.

Grund 5: Schalke ist gegenüber dem FC Bayern psychologisch im Vorteil

Bayern muss, Schalke kann: Unter diesem Motto ließe sich die Ausgangslage vor dem Top-Spiel trefflich zusammenfassen.

Während der Rekordmeister sich keinen Ausrutscher erlauben darf, um den Vier-Punkte-Rückstand auf RB Leipzig nicht weiter anwachsen zu lassen, hat Schalke keinen großen Druck. Der Vorsprung auf Rang sieben beträgt vier Punkte. Selbst im Falle einer Niederlage in München würden die Königsblauen also nicht aus den Europapokalplätzen rutschen.

Stattdessen hat Schalke in der Allianz Arena einiges zu gewinnen: Aktuell beträgt der Rückstand auf die Münchner drei Zähler. Nach Punkten könnte der Revierklub also mit dem ungeliebten Konkurrenten aus der bayerischen Landeshauptstadt gleichziehen.

Tobias Knoop

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