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Tennis-Youngster befindet sich in einem "Lernprozess"

Kiefer: Das haben Federer und Co. Zverev (noch) voraus

21.01.2020 14:52
Von Roger Federer (l.) trennen Alexander Zverev noch Welten
© Christopher Levy via www.imago-images.de
Von Roger Federer (l.) trennen Alexander Zverev noch Welten

Ex-Tennis-Star Nicolas Kiefer hat seine aktive Tennis-Karriere vor zehn Jahren beendet, verfolgt das Geschehen aber weiterhin aktiv. In einem Interview fordert der 42-Jährige nun mehr Geduld mit der deutschen Nummer eins Alexander Zverev und verrät, was der "Next-Gen" noch fehlt.

"Man muss dem Jungen doch endlich auch mal Zeit geben", findet Kiefer im Gespräch mit "t-online" klare Worte bei der Einschätzung der deutschen Tennis-Hoffnung Alexander Zverev.

"Bei ihm wird ständig erwartet, dass er den großen Durchbruch schafft [...] Es sind Teile wie bei einem Puzzle und die müssen eben alle zusammenpassen. Und wenn dann mal alles passt, dann werden wir noch ganz viel Freude an ihm haben", ist sich Kiefer sicher. Trotz Zverevs verhältnismäßig schwachem Jahr 2019 weiß der einstige Weltranglisten-Vierte: "Solche Phasen gehören nun mal dazu, wichtig ist nur, dass man gestärkt daraus hervorgeht."

Kiefer erkennt aber auch an, dass Zverev und der gesamten "Next-Gen" noch etwas fehlt, um die "großen Drei" der Tenniswelt ernsthaft anzugreifen.

"Bei Turnieren mit zwei Gewinnsätzen lief es, bei Turnieren mit drei Gewinnsätzen noch nicht. [...] ein Djokovic, ein Nadal oder ein Federer, die wissen, wie man solche Turniere spielt, wie man sich darauf vorbereitet und wie man sich danach verhält. Für junge Spieler ist das ein Lernprozess, der mit der Erfahrung kommt." 

Die Mentalität der Akteure ist für den mehrfachen Grand-Slam-Halbfinalisten enorm wichtig. Darunter fällt auch das Thema Social Media. "Heute gehören Instagram, Facebook und Twitter einfach dazu, das ist ja Teil dieses Geschäfts." Welche Schattenseiten das mit sich bringt weiß Kiefer auch. "Die Stars lassen sich heute nun mal auf Schritt und Tritt verfolgen. Es gibt zu viele Ablenkungen und da verliert sich leider oft auch mal der Blick aufs Wesentliche."

"Die ITF will ihr Ding durchziehen"

Bei den aktuellen Australian Open herrschen aufgrund der seit Monaten andauernden Buschbrände in Australien schwierige Umstände. Sogar eine Verlegung des Turniers, wegen der aus den Bränden resultierten schlechten Luftverhältnissen wurde im Vorfeld der Australian Open diskutiert.

Dass am Ende das Turnier doch regulär stattfindet, wundert Kiefer jedoch nicht, da durch den vollen Tennis-Kalender eine Verlegung "eigentlich unmöglich" sei. Die Entscheidung des Tennis-Weltverbands sieht Kiefer äußerst kritisch:"Die ITF will ihr Ding durchziehen, da steht die finanzielle Seite leider klar im Vordergrund", urteilt der Holzmindener.

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