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Radprofis starten durch totes Land in die Saison

20.01.2020 13:12
Australien ist von den Buschbränden gezeichnet
© Chu Chen via www.imago-images.de
Australien ist von den Buschbränden gezeichnet

Am Dienstag starten die Radprofis bei der Tour Down Under in das erste World-Tour-Rennen der neuen Saison. Sie fahren durch ein vom Klimawandel gezeichnetes Land.

In den Adelaide Hills und dem malerischen Barossa Valley liegt Brandgeruch in der Luft. Verkohlte Bäume säumen Straßenzüge, in Wäldern stehen ausgebrannte Häuser, die eigentlich grüne Landschaft ist schwarz gefärbt. Das Flammeninferno hat auch Südaustralien schwer erwischt. Wenn die Radprofis um die Deutschen Andre Greipel oder Simon Geschke dort am Dienstag in die Tour Down Under starten, fahren sie teils durch totes Land.

"Wir haben die abgebrannten Gegenden gesehen. Das war erstmal ganz schön niederschmetternd", sagte Geschke dem "ARD"-Hörfunk. Mit seinem CCC-Team hatte sich der Berliner im ebenfalls betroffenen Ort Woodside auf das erste World-Tour-Rennen des Jahres vorbereitet.

"Kein schönes Bild", sei das gewesen, sagte Geschke: "Man kann sich vorstellen, wie es aussieht, wenn alles in Flammen steht." Lotto-Soudal-Profi Roger Kluge sprach von einer "traurigen Sache. Das Land wird hart damit zu kämpfen haben." Sprint-Oldie Greipel fand es "nicht schön zu sehen."

Gefahr besteht für die Fahrer nicht. Viele Brände in der Region sind gelöscht oder unter Kontrolle, der Veranstalter versprach Ausbesserungen des beschädigten Asphalts. Von den Feuern verzehrte Bäume, die auf die Strecke zu stürzen drohen, sollten gefällt werden. Der Klimawandel und dessen Folgen sind vor dem Start des neuen World-Tour-Jahres trotzdem ein zentrales Thema für die Fahrer - nicht nur wegen der Brandfolgen.

Greipel ist top-motiviert

Denn ein anderes Wetterextrem macht sich bemerkbar. Inmitten des australischen Hochsommers ist es in Adelaide und Umgebung ungewöhnlich kalt. "Ich kann mich an Jahre erinnern, wo ich vor dem Kriterium mit einer Eisweste hier im Zelt saß, weil es knapp 40 Grad hatte. Jetzt hat man hier eine Jacke an, das ist schon seltsam", sagte Geschke.

In der Rennwoche sollen die Temperaturen wieder ansteigen, auch den Veranstaltern, die um Normalität bemüht sind, kommt das entgegen. Im Mittelpunkt der Tour Down Under soll der Sport stehen, der den Anwohnern entlang der Strecke eine willkommene Abwechslung bietet.

Motiviert ist besonders Greipel. Der 37-Jährige hat die Rundfahrt bereits zweimal gewonnen (2008, 2010). Ein weiterer Gesamterfolg wird aufgrund des Profils der Etappen kaum hinzukommen. Nach einem enttäuschenden Jahr beim Team Arkea-Samsic ist der "Gorilla" trotzdem motiviert, die ersten Rennkilometer für seine neue Mannschaft "Israel Start-Up Nation" erfolgreich zu bestreiten. "Das Training ist vielversprechend gelaufen. Ich hoffe, dass ich an alte Tage anknüpfen kann", sagte Greipel: "Ich will Spaß haben, das ist alles."

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