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"Er kann ja nicht immer gewinnen"

Karl Geigers Serie am Titisee gerissen

18.01.2020 18:31
Karl Geiger büßt am Titisee wertvolle Punkte im Gesamtweltcup ein
© Eibner-Pressefoto/EXPA/Feichter via www.imago-imag
Karl Geiger büßt am Titisee wertvolle Punkte im Gesamtweltcup ein

arl Geiger stand fest daumendrückend am Auslauf der Hochfirstschanze und zitterte mit Stephan Leyhe - doch am Ende schaffte es keiner der beiden Skisprung-Kumpels auf das Podest. Tournee-Held Geiger verpasste beim Teil eins des Schanzen-Heimspiels in Titisee-Neustadt als Zwölfter seinen dritten Weltcupsieg in Serie, Leyhe rutschte noch von Platz zwei nach dem ersten Durchgang auf Rang fünf ab. Nicht zu schlagen war Polens Topstar Dawid Kubacki.

"Ich habe hier einfach nicht den Rhythmus gefunden. Es waren brutal schwere Sprünge", sagte Geiger, dessen Serie von 18 Springen mit Top-10-Platzierungen riss, im ZDF. Die Gesamtführung im Weltcup behielt der 26 Jahre alte Oberstdorfer, zuletzt in Predazzo Doppelsieger, allerdings. Nach den kräftezehrenden Wochen spürt er noch keinen Frischeverlust: "Nö, das geht schon noch."

Horngacher bleibt optimistisch

Weil auch der zweite Sprung am Titisee mit 135,0 m Geigers bester seit Beginn am Freitag war, musste sich Bundestrainer Stefan Horngacher vor dem Abschlussspringen am Sonntag  keine Sorgen machen: "Karls zweiter Sprung ging in die richtige Richtung. Wir können zuversichtlich sein. Er kann ja nicht jede Woche gewinnen."

An der Spitze war das Niveau diesmal zu hoch für Geiger. Vierschanzentournee-Sieger Kubacki setzte sich mit zwei Traumflügen auf 140,5 und 141,0 m (290,1 Punkte) vor dem Österreicher Stefan Kraft (283,7) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi (282,8) durch. Geiger hatte 21 Punkte Rückstand.

Leyhe "fehlt das Selbstvertrauen"

Leyhe, gleichauf mit Constantin Schmid als Fünfter bester Deutscher, fehlten letztlich knapp drei Meter zu seinem zweiten Weltcuppodest nach Wisla 2018. "Platz fünf ist gut, aber manchmal verklemme ich noch zu sehr, da fehlt mir das Selbstvertrauen", sagte er nach seinem Heimspiel - der Hesse ist seit Jahren Wahl-Schwarzwälder.

Leyhe tat sich wie alle DSV-Adler mit Ausnahme von Geiger in dieser Saison sehr schwer, kämpfte sich von Platz 34 in Wisla über Platz zehn in Nischni Tagil auf Platz fünf in Innsbruck nach vorne. In Titisee-Neustadt zeigte er bei anspruchsvollen Bedingungen vom ersten Trainingssprung an nur Versuche auf höchstem Niveau. Die Umstellung von der kleinen Normalschanze in Predazzo auf den viel größeren Bakken der Hochfirstschanze gelang ihm mit am besten.

Auch Schmid, der sein bestes Weltcup-Ergebnis - erzielt eine Woche zuvor in Predazzo - einstellte, ging mit einem Lächeln in den Feierabend. "Ich bin sehr zufrieden, es waren wieder sehr starke Sprünge - so kann es weiter gehen", sagte der frühere Junioren-Weltmeister.

Das deutsche Rumpfteam zog sich damit höchst achtbar aus der Affäre. Im Schwarzwald fehlen Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler, der an der Hand verletzt ist, sowie der weiterhin wegen seiner Formschwäche aus dem Team genommene Richard Freitag - 2017 letzter deutscher Weltcupsieger am Titisee. Zudem kommen die Ausfälle der Langzeitverletzten Andreas Wellinger, Severin Freund und David Siegel.

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